Das Siebengebirge,

ältestes und eines der schönsten Naturschutzgebiete Deutschlands

 

Siebengebirge - die Entstehung

Die Entstehung der Bezeichnung Siebengebirge ist nicht eindeutig geklärt. Es existieren vier Definitionen der Bezeichnung Siebengebirge (Quelle der beiden ersten Punkte: Wanderkarte Naturpark Siebengebirge, Landesvermessungsamt NW, 7. Auflage 1995):

Sieben ist eine Ableitung des ripuarischen Wortes Siefen , das ein feuchtes Bachtal bezeichnet
Die älteste Namensnennung (Moller, 1590) lautet nicht Siebengebirge, sondern Sieben Berge (septem montes). Je nach Blickrichtung rheinauf- oder abwärts erkennt man ziemlich genau sieben Berge, die nicht immer die selben und auch nicht die höchsten sind. Auch wird die Zahl sieben für eine größere, nicht genau festgelegte Menge verwendet (z. B. “Siebenbürgen”, “Siebensachen”). Die Zahl sieben mit ihrer hohen Symbol - und Magiebedeutung erscheint außerdem naheliegend für ein Gebirge , das bis zum beginnenden 19. Jahrhundert als abweisend, undurchdringlich, unheimlich und als Schauplatz von Sagen und Spukgeschichten galt.
Die Bezeichnung "Siebengebirge" kann sich aus dem Namen "Siedengebirge" entwickelt haben, welcher auf die Seifensieder hinweist, die in den Tälern tätig waren. Da das Seifensieden mit einer starken Geruchsbelästigung verbunden ist, ist dieser Berufszweig aus den umliegenden Ortschaften in die abgelegenen Täler verbannt worden.
Die landläufige und meistgenannte, jedoch falsche Erklärung ist, dass die Bezeichnung "Siebengebirge" auf die sieben Hauptgipfel hinweist.
Der Legende nach staute sich der Rhein an dieser Stelle, weil sich dort eine Hügelkette befand. Hinter dieser Kette lag eine Stadt, die sehr darunter litt, dass sie kein Wasser bekam. Also beschlossen die Bürger sieben Riesen damit zu beauftragen, den Rhein zu befreien. Weil die Riesen jedoch nicht mit den verschmutzten Spaten nach Hause gehen wollten, reinigten sie diese und so entstanden die Berge.

 

Siebengebirge - Beschreibung

Das Siebengebirge
     
Das Siebengebirge ist ein rechtsrheinisches südöstlich von Bonn im Bereich der Städte Königswinter und Bad Honnef gelegenes „Gebirge“, das aus mehr als 50 Bergen, Hügeln und Anhöhen besteht. Das Siebengebirge wird nur den wenigsten ein Begriff sein. Ruhig und bescheiden liegt es seit Jahrtausenden direkt am Rhein, schmiegt sich an Bonn heran, „schielt“ auf die Kölner Bucht und blickt auf die ferne Eifel auf der anderen Seite des Rheins. Das Siebengebirge, ein Naturpark, wie er natürlicher nicht sein kann.

Aber – das Siebengebirge ist kein Gebirge! Vielmehr ist es eine Gruppe kleiner Hügel. Der „große Oelberg“ als höchster Berg im Siebengebirge misst die, allenfalls für Niederländer ansehnliche Höhe von 461 m. Dennoch, die rund 50 Erhebungen und kleinen Berge sind gerade für Freizeitwanderer nicht zu unterschätzen und als Ensemble sowohl Naherholungsgebiet für Bonner und Kölner, als auch beliebtes Wanderziel unter Kennern. Das Massiv von bewaldeten Kuppen entlang des Rheins liegt hierfür ideal. Erschlossen durch die Nord-Süd-Achse der A 3, nahe Bonn (10 km), Siegburg (8 km) und Köln (30 km) gelegen, ist das Siebengebirge ein für viele praktischer Grüngürtel im Süden Nordrhein-Westfalens.

Das märchen- und sagenumwobene Siebengebirge ist noch dazu das viel besungene älteste deutsche Naturschutzgebiet. Zwar ist der Naturpark Siebengebirge der kleinste deutsche Naturpark mit 4.800 ha, der es aber in sich hat. Jeder kennt das Märchen rund um die sieben Zwerge aus den sieben Bergen. Noch älter aber ist die Siegfriedsage, in der Siegfried gegen den Drachen kämpft am Drachenfels, dem kleinsten der offiziellen sieben Berge des Siebengebirges und durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar wird.

Tatsächlich finden sich Ecken, in denen Schneewittchen wie beschrieben hätte liegen können... Was die Siegfriedsage angeht, dafür gibt es nicht nur Beweise und Belege, nein – durch Museen wie Siegfriedhalle, Drachenburg sowie Ausstellungen in der Drachenburg, Siebengebirgsmuseum und die Burgruinen     Drachenfels und Löwenburg gibt es einiges zu entdecken. Doch das Hauptargument, einen Ausflug ins Siebengebirge zu unternehmen, ist die unendliche Natur. Es gibt außerordentlich liebevoll und gut gepflegte Wanderwege. Das Panorama sowohl des Siebengebirges als auch die Umgebung von den Gipfeln der vielen Berge ist atemberaubend. Jeder einzelne Hügel ist für sich ein Naturpark, der mit seinen vielen – teilweise noch wilden Tieren – ursprünglich geblieben ist.

Der Drachenfels ist das Wahrzeichen des Siebengebirges. Mit 321 m Höhe und seiner markanten Silhouette ist er seit mehr als 100 Jahren der Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt. Ein Grund dafür: Die historische Zahnradbahn von 1883. Die viertletzte Zahnradbahn Deutschlands überwindet auf ihrem Weg zum Gipfel rund 220 Höhenmeter mit Steigungen von bis zu 22 Prozent.

Sehr sehenswert ist der Reptilienzoo in der Nibelungenhalle mit dem berühmten Mississippi-Alligator „Heinrich vom Drachenfels“, der ca. 1956 geboren wurde und 3,50 m misst. Seine Partnerin „Alice“, 1956 geboren, legte 1999 endlich Eier, sodass der Reptilienzoo am Drachenfels stolz auf die erste Vermehrung von Mississippi-Alligatoren in Deutschland blicken konnte. Aber auch Geckos, Leguane, Warane, Agamen und Basilisken sind genauso zu bestaunen wie spektakuläre Schlangen wie Anakondas, diverse Pythonarten und die Rarität: Eine Albino-Tigerpython.

In Bad Honnef am Fuße des Drachenfels lebte Bundeskanzler Adenauer viele Jahre lang im Ortsteil Rhöndorf. Sein Haus kann ebenso wie sein Garten besichtigt werden. Vor der Stadt liegt die Rheininsel Grafenwerth, zu der regelmäßig Schiffsverkehr besteht, ihr gegenüber die Insel Nonnenwerth mit einem Schul-Internat.

Deutschlands ehemalige Hauptstadt Bonn liegt am Übergang zwischen dem Rheinischen Schiefergebirge und der Kölner Bucht. Gegründet wurde Bonn von den Römern als Castra Bonnensia. Von 1238 bis 1794 hatten die Bischöfe von Köln hier ihre Residenz. Das Münster St. Martin zählt zu den schönsten romanischen Kirchen am Rhein. Beethoven wurde hier geboren.

 

Siebengebirge - die Berge

Siebengebirge

 

Die höchsten Berge:

Oelberg - 461 m
Löwenburg - 455 m
Lohrberg - 435 m
Nonnenstromberg - 335 m
Petersberg - 331 m
Wolkenburg  - 324 m
Drachenfels  - 321 m

 

Die kleineren Berge:

Himmerich - 366 m
Trenkeberg - 430m
Weilberg - 297m
Stenzelberg - 287 m
Broderkonsberg - 378 m
Mittelberg  - 353 m
Leyberg - 359 m
Jungfernhardt - 320 m)
Geisberg - 324 m
Schallenberg - 310 m
Großer Breiberg - 313 m
Kleiner Breiberg - 288 m
Wasserfall - 338 m
Kleiner Oelberg - 332 m

 

Der Oelberg: Mit 460 Metern über Normal Null ist der Ölberg, oder auch Oelberg, der höchste Punkt im Rhein-Sieg-Kreis. Er liegt im Siebengebirge und gehört zu Königswinter. Aufgrund des Sendemastes auf seinem Gipfel ist er heute bereits von weitem, beispielsweise von der Bundesautobahn 3, zu sehen.

Anfangs hieß der Oelberg namentlich Maelberg. Durch die Mundart wurde er aber oft als Mohlberg ausgesprochen. Durch Vorträge, in denen es oft auf dem Mohlberg hieß, verschwand das „M“ meist, so dass er ab dem 17. Jahrhundert Ohlberg beziehungsweise Oelberg genannt wurde. Seit dem 18. Jahrhundert wurde dann das „e“ als Umlaut benutzt und so wurde dann aus dem Oelberg auch der Ölberg. Bis heute sind beide Schreibweisen in Gebrauch.

Aber egal wie er geschrieben wird, er wird seinen Rekord trotzdem behalten.ftz

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 11. Juli 2012


Drachenfels: Der Drachenfels, der 320 Meter über Normalnull liegt, ist der meist besuchte Berg Europas. Bekannt geworden ist er im Ausland durch ein Gedicht von George Gorden Byton im Jahre 1816, und er wurde anfangs besonders von vielen Engländern besucht. Neben den Engländern wurde der Berg später von vielen Touristen aus den Niederlanden besichtigt. Aus dieser Zeit stammt auch der Spitzname „größter Berg Hollands“. Bekannt ist der Drachenfels auch für seine Esel, auf denen man bis zum Schloss Drachenburg den Aufstieg bewältigen kann. Zuletzt hatte der Drachenfels aber immer mehr mit abnehmenden Besucherzahlen zu kämpfen.ftz

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 25. Juli 2012

Siebengebirge - Naturschutzgebiet

Geschichte:

1836 wurde der Drachenfels vom preußischen Staat erworben, um der weiteren Zerstörung des Gebietes durch Gesteinsabbau Einhalt zu gebieten.

1923 folgte die Naturschutzgebietsverordnung. Damit gilt das Siebengebirge als erstes Naturschutzgebiet in Deutschland überhaupt.

1956 folgte die Anerkennung als Naturpark

1971 die Verleihung des Europadiploms als besonders schützenswerte Landschaft

2004 die Aufnahme in die Fauna-Flora-Habitat-Liste der Europäischen Union

2006 die Wahl zum nationalen Geotop.

Siebengebirge - Nationalpark
Nationalpark Siebengebirge

Der Nationalpark sollte eine Fläche von ungefähr 4 800 Hektar umfassen. Der heutige Naturpark ist 11 200 Hektar groß. Das derzeitige Wegenetz ist 250 Kilometer lang. Der erste Entwurf für das Wegekonzept beinhaltete eine Reduzierung auf 230 Kilometer. Das beabsichtigte Nationalpark-Areal lag in drei Stadtgebieten: Bonn, Bad Honnef und Königswinter.

Am 27.09.2009 wurde über die Frage: „Sind Sie dagegen, dass die Stadt Bad Honnef Vereinbarungen zwecks Errichtung oder Betriebes eines Nationalparks im Siebengebirge abschließt?“ in einem Bürgerentscheid im Stadtgebiet Bad Honnef entschieden. Das Ergebnis: 61,1 % stimmten mit Ja und 38,9 % stimmten mit Nein. Somit kam folgendes zustande:

Die Mehrheit der Bad Honnefer Bürger votierte:  
„Ja, ich bin dagegen, dass die Stadt Bad Honnef Vereinbarungen zwecks Errichtung
oder Betriebes eines Nationalparks im Siebengebirge abschließt.“

Das Land NRW stellte daraufhin am 28.09.2009 die Arbeit am Projekt Nationalpark
Siebengebirge ein.

Die Ergebnisse des Bürgerentscheids im einzelnen:

Bürgerentscheid Bad Honnef, Sonntag, 27.09.2009

Abstimmungsfrage:  
„Sind Sie dagegen, dass die Stadt Bad Honnef Vereinbarungen zwecks Errichtung
oder Betriebes eines Nationalparks im Siebengebirge abschließt?“

Da die Beteiligung der Stadt Bad Honnef an einem Nationalpark eine kommunale Angelegenheit ist und insofern auch Thema eines Bürgerbegehrens sein kann, konnte die Frage nur so formuliert werden; Nationalparke können als typische Landesaufgabe nämlich durch solche Bürgerbegehren nicht unmittelbar angegriffen werden.

Abstimmungsergebnisse aus den Wahlkreisen:
Wahlkreis  Ja-Stimmen (%)  Nein-Stimmen (%)
010 Rhöndorf-Nord 367  (54,7 %) 304  (45,3 %)
020 Röhdorf-Süd 382  (58,6 %) 270  (41,4 %)
030 Honnef-Nord 421  (55 %) 344  (45 %)
040 Rommersdorf/Bondorf 397  (56,6 %) 305  (43,4 %)
050 Honnef-Ost 370  (57 %) 279  (43 %)
060 Selhof-Nord 434  (61,8 %) 268  (38,2 %)
070 Honnef-Mitte 265  (53,1 %) 234  (46,9 %)
080 Honnef-West 324  (58,5 %) 230  (41,5 %)
090 Honnef-Süd 424  (61,2 %) 269  (38,8 %)
100 Selhof-West 337  (55,4 %) 271  (44,6 %)
110 Selhof-West 513  (66,1 %) 263  (33,9 %)
120 Selhof-Süd 445  (65,4 %) 235  (34,6 %)
130 Hövel/Brüngsberg 471  (64,1 %) 264  (35,9 %)
140 Aegidienberg-Mitte 506  (64,3 %) 281  (35,7 %)
150 Himberg/Rottbitze 446  (64,2 %) 249  (35,8 %)
160 Wülscheid/Orscheid 490  (62 %) 300  (38 %)
Briefwahlbezirk 010 409  (62,6 %) 244  (37,4 %)
Briefwahlbezirk 020 318  (61,6 %) 198  (38,4 %)
Briefwahlbezirk 030 361  (68 %) 170  (32 %)
Briefwahlbezirk 040 423  (70,7 %) 175  (29,3 %)

Endergebnis  8.103 Ja-Stimmen (61,1 %)  5.153 Nein-Stimmen (38,9 %)

Die Nein-Stimmen können nicht einfach als Befürworter eines Nationalparks verbucht werden. Sie enthalten nämlich sowohl die Stimmen von Zögernden und Zweiflern, die das Vorhaben zunächst  noch weiter geprüft sehen wollten, bevor sie sich entscheiden würden, als auch von entschiedenen Befürwortern des (Bürger-)Nationalparkplans!

Abstimmungsberechtigte insgesamt: 19.671  
Die Beteiligung beim Bürgerentscheid lag bei 68 %
Gültige Stimmen:13.256, ungültige Stimmen 121 Stimmen.

 

Weitere Informationen zum Siebengebirge:

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW: www.lanuv.nrw.de

Verschönerungsverein Siebengebirge: www.naturpark-siebengebirge.de

Naturpark-Rheinland: www.naturpark-rheinland.de

Bürgerinitiative Freies Siebengebirge: www.freies-siebengebirge.de

 

Siebengebirge - bei Wikipedia

Das Siebengebirge bei Wikipedia

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