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Anhalter 2.0? Wir testen die Mitfahrerbänke in Bad Honnef und Aegidienberg

Bad Honnef/Aegidienberg -

Was für eine tolle Idee! Zwischen Bad Honnef und Aegidienberg gibt es seit einiger Zeit „Mitfahrerbänke“. Autofahrer können Passanten an einer der Bänke auflesen und vom Berg ins Tal und umgekehrt fahren.

Eine rote Bank am Straßenrand verrät, dass ich hier richtig bin. „Mitfahrerbank“ steht darauf. Das Konzept dahinter ist ganz einfach: Möchte ich von Bad Honnef in das rund acht Kilometer entfernte Aegidienberg, muss ich einfach nur das Schild umdrehen und warten, bis mich jemand einsammelt. So der Plan.

Idee für Mitfahrerbänke stammt aus der Eifel

Klaus-Jürgen Hütten von der Initiative „Hauptsache Familie – Bündnis für Bad Honnef“ erklärte uns, wie das Projekt zustande kam: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Prinzip der Mitfahrerbänke in der Eifel sehr gut geklappt hat. Bei uns wollten wir das Konzept aufgrund der schlechten Verkehrsanbindung von Berg und Tal ausprobieren.“

Der Bus hält zwar nur wenige Meter von der Bank entfernt, fährt am Wochenende allerdings nur alle zwei Stunden. Hat man diesen dann einmal verpasst, sollen die Mitfahrerbänke Abhilfe schaffen.

Hütten betont: „Das Projekt richtet sich sowohl an die Einheimischen, aber auch an die hier lebenden Flüchtlinge.“
Mitfahrerbänke in Bad Honnef: Noch läuft es nicht rund

Doch dass das Konzept bislang nicht so gut läuft, musste ich am eigenen Leib erfahren: Nach 30 Minuten auf der Bank war ich regelrecht durchgefroren. Angehalten hat für mich keiner.

„Wir müssen zugeben, dass das Projekt noch recht schleppend anläuft. Dies ist eine Stadt mit Herz, da wundert es mich eigentlich, dass niemand anhält“, erklärte Hütten.

Er fügte aber hinzu: „Die Idee ist natürlich auch, Menschen aus ihrer Komfortzone herauszuholen. Trampen ist zwar aus der Mode gekommen, aber bei einer gemeinsamen Autofahrt kann man tolle Kontakte knüpfen.“
So wird das Mitfahren in Bad Honnef sicherer

Im Vorfeld wurden seitens der Stadt aber auch Sicherheitsbedenken geäußert. „Aus diesem Grund gibt es mittlerweile die Möglichkeit, sich bei uns registrieren zu lassen. Autofahrer bekommen eine spezielle Plakette mit individueller Nummer. So erkennt man sofort, dass der Fahrer bei uns angemeldet ist“, erklärte uns Hütten. Bislang wurden allerdings nur 16 Plaketten ausgegeben.

Hütten hofft, dass das Projekt im Frühjahr endlich richtig Fahrt aufnimmt.

(exfo)

Quelle: www.express.de vom 07.12.2017

Last changed: 07.12.2017 at 16:02
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