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Männer-Gesangverein „Liederkranz 1875“ Aegidienberg e.V.
Bunter Abend
Samstag, den 27. Januar 2018 um 19.15 Uhr
im Bürgerhaus in Aegidienberg

 
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WOHN­RAUM­BE­DARF Die Ge­mein­nüt­zi­ge Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft des Krei­ses hat in den ver­gan­ge­nen bei­den Jah­ren 88,7 Mil­lio­nen Eu­ro För­der­mit­tel ab­ge­ru­fen

Dut­zen­de neue So­zi­al­woh­nun­gen

Von Do­mi­nik Pie­per

RHEIN-SIEG-KREIS. Ist beim so­zia­len Woh­nungs­bau im Rhein-Sieg-Kreis das Glas halb voll oder halb leer? Wäh­rend die Ge­mein­nüt­zi­ge Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft (GWG) des Krei­ses ei­ne po­si­ti­ve Bi­lanz für 2017 zieht, übt die SPD-Kreis­tags­frak­ti­on Kri­tik. Sie sieht Nach­hol­be­darf und ap­pel­liert an die öf­fent­li­che Hand, sich stär­ker beim Woh­nungs­bau zu en­ga­gie­ren.

Die GWG hat nach ei­ge­nen An­ga­ben 2017 dop­pelt so vie­le Woh­nun­gen und Häu­ser fer­tig­ge­stellt wie sonst im Jah­res­schnitt: 42 öf­fent­lich ge­för­der­te Miet­woh­nun­gen und 21 Ein­fa­mi­li­en­häu­ser für kin­der­rei­che Fa­mi­li­en in Ei­torf, Rhein­bach und Trois­dorf, die laut GWG be­reits ver­mie­tet sind. 2018 will die Ge­sell­schaft 58 öf­fent­lich ge­för­der­te Miet­woh­nun­gen in Nie­der­kas­sel und Bad Hon­nef fer­tigs­tel­len. Die 1939 ge­grün­de­te GWG hat heu­te rund 2900 Miet­woh­nun­gen im Be­stand. Die Ge­sell­schaft will si­chers­tel­len, dass die Woh­nun­gen dau­er­haft Men­schen zu­gu­te­kom­men, die es auf­grund ih­rer Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se auf dem frei­en Markt schwer ha­ben. Auch nach dem Weg­fall der Miet­preis­bin­dung nach frü­hes­tens 20 Jah­ren sol­len die Ob­jek­te „un­ter Bei­be­hal­tung ei­nes so­zi­al­ver­träg­li­chen Miet­ni­veaus wei­ter­ver­mie­tet“ wer­den, so die GWG. An ihr sind ne­ben dem Rhein-Sieg-Kreis zwölf Kreis-Kom­mu­nen be­tei­ligt. „Auch zu­künf­tig wird die so­zi­al ver­ant­wort­li­che Wohn­raum­ver­sor­gung im Mit­tel­punkt un­se­rer Ge­schäfts­po­li­tik ste­hen“, so Ge­schäfts­füh­rer Rolf Achim März. Land­rat und GWG-Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der Se­bas­ti­an Schus­ter zur Bau­tä­tig­keit der GWG: „Mit Blick auf den ak­tu­ell stark an­ge­spann­ten Miet­markt ist dies ei­ne höchst er­freu­li­che Ent­wi­cklung.“

Ne­ben öf­fent­li­chen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten be­trei­ben auch pri­va­te In­ves­to­ren ge­för­der­ten Woh­nungs­bau. Sie al­le be­an­tra­gen För­der­mit­tel. Lan­des­weit stan­den 2016 und 2017 je­weils 1,1 Mil­li­ar­den Eu­ro zur Ver­fü­gung. Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis er­hal­ten je­weils 22 Mil­lio­nen Eu­ro pro Jahr.

Weil das nicht aus­reich­te, be­an­trag­te der Kreis zu­sätz­li­che För­der­mit­tel: So be­kam er 2016 wei­te­re 33,7 Mil­lio­nen Eu­ro und rief da­mit ins­ge­samt 55,7 Mil­lio­nen Eu­ro ab. 2017 be­nö­tig­te er „nur“ elf Mil­lio­nen Eu­ro mehr, so­dass ins­ge­samt 33 Mil­lio­nen Eu­ro zur Ver­fü­gung stan­den. Die­sen Rück­gang kri­ti­siert die SPD. „33 Mil­lio­nen Eu­ro För­der­mit­tel für den ge­sam­ten Rhein-Sieg-Kreis sind nur ein Trop­fen auf den hei­ßen Stein“, so Diet­mar Tend­ler, Vor­sit­zen­der der Kreis­tags­frak­ti­on. Kreis und Kom­mu­nen müss­ten schnell die Vor­aus­set­zun­gen da­für schaf­fen, dass mehr För­der­mit­tel ab­ge­ru­fen wer­den kön­nen. Vor al­lem wünscht sich die SPD, dass die öf­fent­li­che Hand mehr Wohn­raum schafft, statt pri­va­ten In­ves­to­ren das Feld zu über­las­sen. Das ist aus Sicht der SPD 2017 ge­sche­hen. Laut Kreis ha­ben die öf­fent­li­chen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten 5,6 Mil­lio­nen Eu­ro För­der­mit­tel be­an­sprucht, Pri­vat­per­so­nen und -un­ter­neh­men ka­men zu­sam­men auf 22,6 Mil­lio­nen Eu­ro. SPD-Kreis­tags­mit­glied Fol­ke gro­ße De­ters: „Wenn vor al­lem ge­winn­orien­tier­te Un­ter­neh­men von den För­der­mit­teln pro­fi­tie­ren, wer­den wir den Man­gel an Wohn­raum nicht be­wäl­ti­gen kön­nen.“ Dann sei zu be­fürch­ten, dass die Woh­nun­gen nach Ab­lauf der So­zi­al­bin­dung zu hö­he­ren Prei­sen an­ge­bo­ten wer­den.

Die Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten sei­en durch­aus nicht un­wil­lig, sagt Tim Hah­len, Lei­ter der Ge­bäu­de­wirt­schaft beim Kreis. Ihr Zu­griff auf Grund­stü­cke und ih­re per­so­nel­len Mög­lich­kei­ten sei­en je­doch be­grenzt, und sie müss­ten Be­stands­pfle­ge be­trei­ben.

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 10.01.2018

Last changed: 10.01.2018 at 06:26
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