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Güns­ti­ge Miet­woh­nun­gen feh­len

Aus­schuss kann sich noch nicht zu Flä­chen­quo­te für so­zia­len Woh­nungs­bau durch­rin­gen

Von Clau­dia Sül­zen

Bad Hon­nef. In Bad Hon­nef soll künf­tig mehr als bis­her da­rauf ge­ach­tet wer­den, dass bei Neu­bau­vor­ha­ben auch für Men­schen mit mitt­le­ren und ge­rin­gen Ein­kom­men be­zahl­ba­rer Wohn­raum ent­steht. Auf ei­ne ge­ne­rel­le Quo­te von 25 Pro­zent al­ler Bau­land­flä­chen für öf­fent­lich ge­för­der­ten Woh­nungs­bau, wie von den SPD be­an­tragt, moch­te sich der Bad Hon­ne­fer Aus­schuss für Stadt­ent­wi­cklung, Pla­nen und Bau­en am En­de nicht ver­stän­di­gen. Al­ler­dings sa­hen al­le Frak­tio­nen die ge­ne­rel­le Not­wen­dig­keit, bei dem The­ma vor­an­zu­kom­men.

Wie be­rich­tet, hat­te die SPD be­an­tragt, bei Schaf­fung von neu­em Bau­recht ei­ne 25-Pro­zent-Quo­te für so­zia­len Woh­nungs­bau zur Be­din­gung zu ma­chen. Ein sol­ches Vor­ge­hen wer­de be­reits in vie­len Kom­mu­nen prak­ti­ziert. „Durch un­se­ren Vor­schlag soll es künf­tig ver­pflich­tend sein, die Mög­lich­keit für ei­nen so­zia­len Miet­woh­nungs­bau je­weils zu prü­fen“, so die SPD in ih­rem An­trag. Ein sol­ches Vor­ge­hen beu­ge nicht nur „Ghet­toi­sie­rung“ vor, son­dern för­de­re „im Ge­gen­teil In­teg­ra­ti­on und so­zia­les Mit­ein­an­der“. Bad Hon­nef stre­be zu­dem nach dem Ruf, „die“ kin­der­freund­li­che Stadt ge­nannt zu wer­den und ha­be zum Bei­spiel bei der Kin­der­be­treu­ung „ei­ni­ges vor­ge­legt“. Nun gel­te es, jun­ge Men­schen in die La­ge zu ver­set­zen, in fa­mi­li­en­ge­rech­tem, be­zahl­ba­rem Wohn­raum für den Fort­be­stand die­ser Ein­rich­tun­gen und ih­rer Stadt zu sor­gen.

„Die­sen Grund­satz im Rah­men des In­te­grier­ten Stadt­ent­wi­cklungs­kon­zep­tes zu ver­an­kern, wür­de die­sem Stre­ben in be­son­de­rer Wei­se ge­recht wer­den“, so die SPD. Die So­zi­al­de­mo­kra­ten emp­fah­len zu­dem, sich hier­zu auch mit der Ge­mein­nüt­zi­gen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft für den Rhein-Sieg-Kreis zu be­ra­ten. Ein grund­sätz­li­ches An­lie­gen, mit dem die SPD auf of­fe­ne Tü­ren stieß. Klaus Weg­ner (Grü­ne) sag­te, „es ist uns bis­her nicht ge­lun­gen, hier mehr zu tun. Das muss sich än­dern.“ Auch Kat­ja Kra­mer-Diß­mann (Bürg­er­block) be­ton­te: „Auch wir se­hen den Be­darf und wol­len ei­ne ge­sun­de Quar­tier­mi­schung.“ Eben­so sah es die CDU. Je­doch: Ei­ne fes­te Quo­te fand bei der Mehr­heit kei­ne Zu­stim­mung. Hans­jörg Ta­moj (CDU) warn­te da­vor, ein „Sche­ma über die gan­ze Stadt zu le­gen“. Man­fred Rauw (FWG) er­gänz­te: „Man soll­te das nicht pau­schal for­dern, son­dern von Vor­ha­ben zu Vor­ha­ben schau­en.“ „Der An­trag schlägt in die rich­ti­ge Ker­be“, sag­te auch Dirk Wie­he, Lei­ter Stadt­pla­nung im Rat­haus. Al­ler­dings riet auch die Ver­wal­tung von der Fest­le­gung ei­ner star­ren Quo­te ab. Die­se kön­ne „nach dem Bau­pla­nungs­recht auch nicht er­zwun­gen wer­den“, so Wie­he. Die Ver­wal­tung reg­te statt­des­sen an, be­reits vor­hand­ene In­stru­men­ta­rien wie städ­te­bau­li­che Ver­trä­ge mit In­ves­to­ren zu nut­zen, um in der Sa­che vor­an­zu­kom­men. Was Vor­ha­ben auf städ­ti­schen Flä­chen an­ge­he, sei­en Wei­chen­stel­lun­gen et­wa am Re­der­schei­der Weg mög­lich oder auch an der Ae­gi­dien­ber­ger Stra­ße, wo ein Vor­ha­ben be­reits um­ge­setzt wird.

Be­schlos­sen wur­de ein Kom­pro­miss auf Ba­sis ei­nes CDU-An­tra­ges mit Er­gän­zun­gen der Grü­nen. Dem­nach soll die Ver­wal­tung auf Ba­sis der ihr zur Ver­fü­gung ste­hen­den In­stru­men­ta­rien dem The­ma zu mehr Gel­tung ver­hel­fen. Ziel ist es, dass bei der Pla­nung künf­ti­ger Bau­vor­ha­ben ein an­ge­mess­ener An­teil von cir­ca 25 Pro­zent Wohn­raum für jun­ge Fa­mi­li­en mit mitt­le­ren Ein­kom­men oder nach den Vor­ga­ben des Wohn­bau­för­de­rungs­ge­set­zes ent­ste­hen kann.

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 04.03.2017

Last changed: 04.03.2017 at 07:09
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