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Her­zens­wunsch geht post­hum in Er­fül­lung

Jo­seph-Bel­ling­hau­sen-Sport­hal­le in Ae­gi­dien­berg ein­ge­weiht. Am Jah­re­sen­de wä­re die An­schub­spen­de ver­fal­len

Von Clau­dia Sül­zen

Ae­gi­dien­berg . Die För­de­rung der Kin­der hat­te Jo­seph Bel­ling­hau­sen stets be­son­ders im Blick. Stell­ver­tre­tend für die nach­wach­sen­de Ge­ne­ra­ti­on, der auch sei­ne 500 000-Eu­ro-Spen­de für den Bau ei­ner Sport­hal­le in Ae­gi­dien­berg zu­ge­dacht war, griff Cla­ra Tols­dorff be­herzt zum Mi­kro­fon. Vor gro­ßem Au­di­to­ri­um, das der Ein­wei­hung der neu­en Sport­hal­le bei­wohn­te, dank­te die Neun­jäh­ri­ge post­hum je­nem Mä­zen, der die­sen wich­ti­gen Ter­min für den ge­sam­ten Bad Hon­ne­fer Sport erst mög­lich ge­macht hat­te: „Das ist ein schö­ner, ein gu­ter Tag für al­le.“

„Da ha­ben wir ge­ra­de noch die Kur­ve ge­kriegt“, hat­te zu­vor Bürg­er­meis­ter Ot­to Neu­hoff den Fes­takt ein­ge­läu­tet. Denn als er 2008 das Geld stif­te­te, hat­te Bel­ling­hau­sen ver­fügt, dass die Hal­le bis En­de 2017 fer­tig sein müs­se. An­dern­falls wä­re das Geld in die Ju­gend­ar­beit des Deut­schen Turn­erb­un­des ge­flos­sen. Die Ein­wei­hung An­fang De­zem­ber, die mit der Ent­hül­lung ei­ner Skulp­tur zu Eh­ren Bel­ling­haus­ens ein­her­ging, war kei­ne vier Wo­chen vor dem Tag X.

Dass die Sa­che glü­cken wür­de, da­ran hat­ten vie­le nicht mehr ge­glaubt. 1996 gab es ei­nen er­sten Be­schluss für den Bau, dann ruh­te still der See. Neue Be­we­gung brach­te die Spen­de des Wahl-Hon­ne­fers Bel­ling­hau­sen zwölf Jah­re spä­ter. Es ent­spann sich ein Be­ra­tungs­ma­rat­hon. Denn: Ei­ne Zwei­fach­hal­le, wie sie auf der Wunsch­lis­te al­ler – auch po­li­ti­schen Kräf­te – stand, schien fi­nanz­iell für die klam­me Kom­mu­ne un­er­reich­bar. 2014 vo­tier­te der Rat für den Bau ei­ner Ein­feld­hal­le für rund zwei Mil­lio­nen Eu­ro – ei­ne Ver­nunfts­ent­schei­dung, kaum ei­ne Her­zens­sa­che. Er­neut wa­ren es Bad Hon­ne­fer Bür­ger, die der Zwei­feld­hal­le Wind in die Se­gel pus­te­ten: Franz-Lud­wig Solz­ba­cher und Ja­kob Wal­kem­bach schlu­gen vor, das Aus­schrei­bungs­ver­fah­ren zu än­dern. Mit ei­ner in der frei­en Wirt­schaft ge­bräuch­li­che­ren funk­tio­na­len Aus­schrei­bung lie­ße sich schließ­lich Geld spa­ren. Die Rech­nung: 2,3 Mil­lio­nen Eu­ro an­statt 2,9 Mil­lio­nen Eu­ro kos­te­te die Zwei­feld­hal­le. Und: Die Sa­nie­rung der Alt-Hal­le wür­de auch 700 000 Eu­ro ver­schlin­gen, so Neu­hoff. „Das gab ei­ne neue Per­spek­ti­ve.“

„Es sind sehr vie­le Men­schen im Raum, die sich über Jah­re mit dem Pro­jekt be­schäf­tigt ha­ben“, dank­te Neu­hoff ne­ben Solz­ba­cher und Wal­kem­bach der Po­li­tik, dem SvB, der aus­füh­ren­den Fir­ma Gold­beck und dem Bau­amts­te­am um Fa­bia­no Pin­to, das in kür­zes­ter Zeit die Wei­chen neu stell­te, den Sport­freun­den Ae­gi­dien­berg (SFA) so­wie al­len, die de­ren Spen­de­nak­ti­on für die Ein­rich­tung der Hal­le un­ter­stütz­ten und es wei­ter tun. „Hier und heu­te ist sein Her­zens­wunsch in Er­fül­lung ge­gan­gen. Er wird über sei­nen Tod hin­aus in lie­be­vol­ler Er­in­ne­rung blei­ben“, er­gänz­te Guy Ube­re­cken, Freund und Sach­wal­ter Bel­ling­haus­ens – letz­te­res ein Ver­spre­chen, das nicht nur die Kin­der, de­nen „der Jo­seph“ so ger­ne beim Tur­nen zu­ge­schaut hat­te, un­ter­schrei­ben moch­ten. Pfar­rer Bru­no Wach­ten und Pfar­rer Ste­fan Berg­ner spra­chen ge­mein­sam den Se­gen für die neue Hal­le, be­vor sie ganz und gar den Kin­dern ge­hör­te. Dar­bie­tun­gen von Kin­dern aus der gan­zen Stadt bei „Bad Hon­nef tanzt“, von Kin­dern der be­nach­bar­ten Grund­schu­le und der SFA Mi­ka­dos run­de­ten das Fest ab.

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 05.12.2017

Last changed: 05.12.2017 at 06:08
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