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17.  und 18. Juni 2017 - Schützenfest, Schützenplatz in Himberg

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Ju­bel und Ent­täu­schung

CDU ge­winnt in al­len Wahl­krei­sen da­zu. Dirk Schlö­mer und Achim Tüt­ten­berg ver­lie­ren ih­re Di­rekt­man­da­te

Von Han­nah Schmitt und Tho­mas Hei­ne­mann

Rhein-Sieg-Kreis. Um 19.48 Uhr mach­te die CDU kei­nen Hehl mehr aus ih­rem deut­li­chen Vor­sprung in den Wahl­krei­sen: Gut zwei­ein­halb Stun­den be­vor al­le Stimm­zet­tel im Rhein-Sieg-Kreis aus­ge­zählt wa­ren, über­reich­te Tors­ten Bie­ber, Vor­sit­zen­der der Kreis­tags­frak­ti­on, im gro­ßen Sit­zungs­saal des Kreis­hau­ses be­reits Blu­men­sträu­ße an drei der vier CDU-Di­rekt­kan­di­da­ten. Über­glü­cklich nah­men Björn Fran­ken (Wahl­kreis 25), An­drea Milz (Wahl­kreis 26) und Oli­ver Krauß (Wahl­kreis 27) die Blu­men ent­ge­gen. Kat­ha­ri­na Ge­bau­er (Wahl­kreis 28) er­hielt ih­ren et­was spä­ter un­ter gro­ßem Ap­plaus, als sie eben­falls im Kreis­haus ein­traf. „Ich glau­be, dass al­le un­se­re Kan­di­da­ten durch sind“, sag­te Bie­ber um kurz vor acht. Da­mit soll­te er recht be­hal­ten. Von den Kopf-an-Kopf-Ren­nen, wie es sie noch bei der Land­tags­wahl 2012 ge­ge­ben hat­te, war dies­mal kei­ne Spur.

Ent­spre­chend groß war die Freu­de bei den neu ge­wähl­ten Ab­ge­ord­ne­ten. Et­wa bei Björn Fran­ken, der zum er­sten Mal an­trat – und sei­nen SPD-Kon­tra­hen­ten Dirk Schlö­mer weit hin­ter sich ließ. „Wenn mir das vor ei­nem Jahr je­mand ge­sagt hät­te, und dann auch noch mit so gro­ßem Ab­stand“, sag­te Fran­ken fast ein biss­chen un­gläu­big. „Es ist ein su­per Ge­fühl und tut mir un­heim­lich gut, auch weil es so ei­ne gro­ße Te­am­leis­tung war.“ Er ha­be viel mehr ge­macht, als ei­nen nor­ma­len Land­tags­wahl­kampf aus­ma­che. „Und wenn sich das aus­zahlt, ge­ra­de auch für die eh­ren­amt­li­chen Hel­fer, tut das gut“, sag­te Fran­ken.

Sehr ent­täuscht zeig­te sich hin­ge­gen Dirk Schlö­mer, für den das Ka­pi­tel Land­tag da­mit ab­ge­schlos­sen ist. „Mein Te­am und ich ha­ben uns über fünf Jah­re hin­weg sehr viel Mü­he ge­ge­ben. Wir ha­ben viel für den öst­li­chen Kreis er­reicht, des­halb kann ich mit dem Er­geb­nis nicht zu­frie­den sein“, sag­te der Hen­ne­fer, der 2012 das Di­rekt­man­dat ge­holt hat­te. Er wird nun die Ar­beit als Ge­werk­schafts­se­kre­tär bei der Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft wie­der auf­neh­men. Auf je­den Fall wei­ter im Land­tag sitzt Horst Be­cker von den Grü­nen – trotz gro­ßer Ver­lu­ste. „Es ist ins­ge­samt ein völ­lig un­zu­frie­dens­tel­len­des Er­geb­nis“, sag­te Be­cker. Es ha­be sich in den ver­gan­ge­nen vier Wo­chen aber ab­ge­zeich­net. Be­cker: „Es ist jetzt die Op­po­si­ti­on im Land­tag. Und die wer­den wir auch ma­chen.“

Björn Fran­ken will sich nun mit Fra­gen aus­ein­an­der­set­zen, „die ich be­wusst auf­ge­scho­ben ha­be“. Et­wa das The­ma Bü­ro in Düs­sel­dorf und im Wahl­kreis. Au­ßer­dem müs­se er am Mon­tag mit sei­nem Ar­beit­ge­ber te­le­fo­nie­ren. „Die freu­en sich mit mir“, er­zähl­te der Rup­pich­te­rot­her, der bis­lang als lei­ten­der An­ge­stell­ter tä­tig war. Das er­ste in­halt­li­che The­ma, das er an­pa­cken möch­te, ist die In­fras­truk­tur. „So­bald der Mi­nis­ter fests­teht und ich ihm ein paar Ta­ge ge­las­sen ha­be, wer­de ich vor­stel­lig.“

So wei­ter­lau­fen wie bis­her wird es hin­ge­gen für An­drea Milz. Seit 17 Jah­ren sitzt sie für die CDU im Land­tag, nun kom­men fünf wei­te­re Jah­re hin­zu. „Ich freue mich na­tür­lich, dass die Wäh­ler sich wie­der für mich ent­schie­den ha­ben“, sag­te die Kö­nigs­win­te­rin. „Man weiß das in sol­chen Zei­ten nie. Ich hat­te aber bei mei­nen Haus­be­su­chen ein gu­tes Ge­fühl.“ Als Ab­geord­ne­te sei ih­re Ar­beit auch wäh­rend des Wahl­kampfs pa­ral­lel wei­ter­ge­lau­fen. „Es gibt jetzt kei­nen Bruch. Ich ste­he mor­gen auf und ma­che ein­fach wei­ter“, sag­te Milz.

Noch be­vor das end­gül­ti­ge Er­geb­nis fests­tand, gra­tu­lier­te De­nis Wald­ästl (SPD) sei­ner Ge­gen­spie­le­rin. Er war be­reits 2012 ge­gen Milz an­ge­tre­ten und hat­te sich in die­sem Jahr nach ei­ge­ner Aus­sa­ge durch­aus Chan­cen aus­ge­rech­net. Wo­ran es lag? „Ich hät­te mir was an­de­res ge­wünscht. Aber der Lan­des­trend war kom­plett ge­gen ei­nen“, sag­te Wald­ästl. Mehr Wahl­kampf, mehr Ak­ti­on, ha­be er nicht ma­chen kön­nen. „Ich bin mit mir selbst im Rei­nen“, so der Sankt Au­gust­iner, der sich nun auf sei­ne kom­mu­na­len Man­da­te kon­zen­trie­ren möch­te.

Achim Tüt­ten­berg (SPD) hat­te das Er­geb­nis in die­ser Deut­lich­keit nicht er­war­tet. Zu sei­ner Nie­der­la­ge sag­te er: „Für mich ist das nichts neu­es. Da­mit muss man in der Po­li­tik klar­kom­men.“ Für ihn geht es mit Platz 26 aber noch um den Ein­zug über die Lan­des­lis­te. Ge­naue Aus­sa­gen er­war­te­te er aber nicht vor Mit­ter­nacht. Tüt­ten­berg freu­te sich den­noch, dass sei­ne Ar­beit der letz­ten fünf Jah­re in sei­nen bei­den Hei­mat­wahl­be­zir­ken ho­no­riert wor­den sei. Dort lag er rund 40 Pro­zent vor CDU-Kan­di­da­tin Kat­ha­ri­na Ge­bau­er. Ins­ge­samt zog sie bei ih­rer er­sten Kan­di­da­tur aber mit deut­li­chem Vor­sprung an ihm vor­bei – und war be­geis­tert. „Es ist su­per, dass ich das mit mei­nem Te­am ge­schafft ha­be“, sag­te Ge­bau­er. „Jetzt heißt es, auch in NRW die rich­ti­gen Wei­chen zu stel­len. Die Ar­beit kommt jetzt.“ Die er­sten The­men, die sie an­ge­hen möch­te, sind die In­klu­si­on, Kin­der­be­treu­ung und in­ne­re Si­cher­heit.

Gro­ßen Ju­bel gab es auch bei der FDP. „Wir sind au­ßer­or­dent­lich glü­cklich“, sag­te FDP-Kreis­vor­sit­zen­der Jür­gen Pe­ter. „Das ist das be­ste Er­geb­nis, das die FDP in NRW je­mals er­reicht hat.“ Stolz war er da­rauf, dass sei­ne Par­tei in Sieg­burg sehr gut ab­ge­schnit­ten hat. „Das ist ei­ne Be­stä­ti­gung der Koa­li­ti­ons­ar­beit“, so Pe­ter. Er ge­he nun mit gro­ßer Zu­ver­sicht in den Bun­des­tags­wahl­kampf.

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 17.05.2017

Last changed: 15.05.2017 at 05:16
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