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Probeeinsatz mit dem Feuerlöscher

Der Löschzug Aegidienberg hatte zum Tag der Offenen Tür und Maifest eingeladen

Von Roswitha Oschmann

AEGIDIENBERG. Morgens um halb fünf riss der Melder die Aegidienberger Feuerwehrleute aus dem Schlaf. Das jedoch war nicht etwa die frühzeitige Alarmierung zum Tag der Offenen Tür mit anschließendem Maifest. Die Polizei hatte vielmehr Unterstützung nach einem Verkehrsunfall auf der Ittenbacher Straße angefordert. Eine Löschgruppe rückte aus, um für die Spurensicherung das Gelände auszuleuchten. Der ganz normale Alltag der Freiwilligen Feuerwehr und speziell in diesem Fall des Löschzuges Aegidienberg.

Und der Tag der Offenen Tür sollte eben nicht nur dazu dienen, das Gerätehaus und die auf dem Vorplatz abgestellten Fahrzeuge zu präsentieren. Ziel war es auch, noch stärker in Kontakt mit den Menschen zu kommen. „Wir möchten zeigen, dass unsere Arbeit freiwillig ist. Viele glauben, dass die Feuerwehrleute für ihre Leistungen bezahlt werden“, sagte Löschzugführer Volkmar Blech. In dieses ehrenamtliche Engagement stecken die Mitglieder sehr viel Zeit. Zu durchschnittlich drei Einsätzen pro Woche werden die Kameraden gerufen, hinzu kommen regelmäßige Übungen, die Aus- und Weiterbildung sowie das Vereinsgeschehen. 50 aktive Wehrleute hat der Löschzug derzeit. Gerade konnte er zwei weitere Männer gewinnen, Neu-Aegidienberger, die bereits ausgebildet sind und sich sofort in den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr stellten.

Einer kann es gar nicht mehr erwarten. Lukas nutzte den Tag der Offenen Tür, um sich umzuschauen. „Ich will Feuerwehrmann werden“, sagte der Zehnjährige, der mit seiner Mutter Jaqueline Weichelt gekommen war. „Ich kann Lukas Wunsch nachvollziehen, ich bin selbst beim DRK und bei der DLRG aktiv“, sagte sie. „Ich habe meinem Sohn aber auch erklärt, dass das mit Regelmäßigkeit zu tun hat. Er soll sich umsehen, ob das etwas für ihn ist.“ Lukas glänzte jedenfalls bereits mit Fachwissen. „Das ist das Tanklöschfahrzeug 4000, auf der anderen Seite ist der Schnellangriff“, erklärte er. Und Volkmar Blech meinte: „Ich bin sprachlos.“ Mit zehn Jahren hat Lukas darüber hinaus genau das richtige Alter für einen Start in die Feuerwehrkarriere.

Die Pänz tummelten sich an diesem Tag in der Nähe der speziellen Feuerwehrhüpfburg. Auf dem kleinen Rasenstück neben der Halle waren Sitzbänke aufgebaut und die „Futter-Station“, die die Besucher mit Bratkartoffeln, gegrillten Würstchen und Steaks versorgte. Apropos, Würstchen und Steaks. Selbst einer gestandenen Feuerwehr-Ehefrau ist es schon passiert, dass sie über ein langes Telefonat die Frikadellen in der Pfanne vergaß. Was tun, wenn sich wegen Überhitzung das Fett entzündet? Jedenfalls keinesfalls mit Wasser löschen, weil es dann eine Explosion gibt. Johannes Kefferpütz, der frühere Chef der Aegidienberger Feuerwehr, zeigte den Besuchern Löschdecken für die Küche und präsentierte moderne Rauchmelder. Und vor allem: Bei ihm konnten die Besucher des Tages der Offenen Tür mit einem Feuerlöscher üben. Für Donata Haupt war es das erste Mal, dass sie den Splint zog, um das Gerät einsatzbereit zu machen und dann immer stoßweise auf die Flammen zu zielen. „Das ist gar nicht schwer“, sagte sie nach ihrem Einsatz. „Nach den Sommerferien werden wir das wiederholen“, kündigte Kefferpütz eine weitere Übung für die Bevölkerung an. Es sei wichtig, für den Notfall vorbereitet zu sein und ein Gefühl für Gewicht und Druck eines Feuerlöschers zu erhalten.

Abends ging es mit einem gemütlichem Beisammensein weiter. Der Förderverein um den Vorsitzenden Martin Heimbach hatte das Maifest organisiert. 170 Mitglieder hat der Verein mit einem Jahresmindestbeitrag von 15 Euro. „Der Förderverein unterstützt uns sehr; manche Anschaffungen sind nur durch ihn möglich“, sagte Blech. Für jene Feuerwehrleute, die bereits vor Tag und Tau im Einsatz waren, wurde dieser Festtag besonders lang.

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 30.05.2018

Last changed: 30.05.2018 at 05:15
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