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27.08.1853 - Kölnische Zeitung

Aufruf. - Am 21. d. Mts, Nachmittags 5 1/2 Uhr, wurden die am Siebengebirge gelegenen Gemeinden Honnef, Rhöndorf, Königswinter, Egidienberg und Ittenbach durch ein von schweren Hagelschlossen bis zu zwei Zoll Stärke und von einem heftigen Orkane begleitetes Gewitter schwer heimgesucht.

In wenigen Minuten war strichweise in der Gemarkung von Honnef (wo die Beschädigung am bedeutendsten ist), in circa 400 Morgen Weinbergen die Hoffnung der Winzer auf die diesjährige Crescenz gänzlich zerstört, sogar durch Verletzung des jungen Rebholzes auch theilweiſe die Hoffnung für künftiges Jahr verdorben, und in den Berg-Gemeinden Egidienberg und Ittenbach, wo meistens Sommerſrüchte gézogen werden, die diesjährige Ernte total zu Grunde gerichtet. An den Gebäuden sind theilweise die Dächer abgedeckt. Kamine umgerissen und eine Menge Fensterscheiben zerschlagen, und in den Gärten und Feldern die Gemüse und Futterkräuter zerstört, die Obstbäume des Obstes entblôßt und mehrere hundert Bäume zerrissen oder aus der Erde gehoben; in den Waldungen viele Hundert der schwersten Tannen- und Buchenheistern durchgebrochen oder entwurzelt und umgestürzt. Die meisten der Betroffenen sind arme Leute, die sich als Pächter der Weingärten und Ländereien kümmerlich ernähren: sie sind aber durch dieses Ereigniß aller Erisienzmitlel auf ein ganzes Jahr total beraubt, nicht zu gedénfen, daß sie aller Mittel zur Zahlung des Pachtes, ihrer Zinsen und Steuern entblößt sind. Keines der verdorbenen Objecte ist gegen Hagelschaden versichert. Die wenigen wohlhabenden Einwohner sind bei der ohnehin großen Menge der Armen ſortwährend mit Opfern in Anspruch genommen, und vermögen benebst diesen, nur in geringem Grade zur Linderung des plötzlich hereingebrochenen Nothstandes ihrer Mitbürger beizutragen. Zur dringend nöthigen Unterstützung der am härtesten betroffenen Bedürftigen hat sich ein Comite gebildet, welches sich mit Sammlung milder Gaben befaßt und die auswärts wohnenden Gutsbesitzer und zahlreichen Freunde der hiesigen Gegend ergebenst bittet, ihr Scherflein zur Linderung der härtesten Noth gefälligst beizutragen. Es wird gebeten, die milden Gaben in Köln an die Herren Pfarrer Thissen in St. Georg und Stein in St. Johann, oder in Königswinter an den Bürgermeiſter Mirbach, oder in Honnef an Bürgermeister Becker einzusenden. - Das Unterstützungs-Comite
Mirbach, Bürgermeister. Glaasen, Pfarrer. Genger, Beigeordneter. Becker, Bürgermeister. Emans, Pfarrer. Berg, Beigeordneter. Burgmer, Rentner. D. de Berghes. Roßbach, Vorsteher. Spiegel, Pfarrer. Görres, Vorsteher. Schrei, Pfarrer.

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