13.05.1890 - Sieg Bote
- Oberlar, 8. Mai. Den Kostwirthen von hier und Umgegend diene zur Warnung, sich möglichst vorzusehen, damit sie nicht geprellt werden. So kamen vorigen Dienstag zwei Brüdeer aus Aegidienberg und verlangten Kost und Logis, welches ihnen auch bewilligt wurde, zudem nahmen sie von der Wirthin noch Briefbogen, Couvert und Freimarken, um nach Hause zu schreiben, daß der Koffer geschickt würde.
10 M. Geld liehen sie sich ebenfalls. Nun wollten sie zur Nachtschicht gehen und verlangten das Abendessen nach 5 Uhr. Aber diese sauberen Brüder hatten sich schon die Sonntagskleider unterr die Arbeitskleider angezogen um still zu verduften. Der Wirthin, welcher dieses noch früh genug klar wurde, hielt nich lange hinter dem Berge und verlangte das Kostgeld in nicht ganz freundlichem Tone, was diese aber nicht genirte, sie aßen ruhig weiter und verlangten obendrein noch Kaffee. Ganz dreist segelten sie ab, auch ohne einen Pfennig zu bezahlen. Tabak und noch verschiedenes andere wurden auch zu zahlen vergessen.
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