📝 Volltext

19.11.1923 - Kölnische Zeitung

Der Selbstschutz im Siebengebirge. - Honnef, 19. Nov. (Telegr.) Die Kämpfe des deutschen Selbstschutzes gegen die Sonderbündler im Siebengebirge sind noch umfangreicher gewesen, als zuerst angenommen wurde. Außer den 14 Toten, die die Sonderbündler in Aegidienberg gelassen haben, sollen sie in Hövel eine Anzahl Tote - es wird von 15 gesprochen - zu verzeichnen haben.

Der Selbstschutz hat am Samstagmorgen in einer Breite von 9 Kilometer die Wälder durchsucht, aber keinen Sonderbündler mehr gefunden. Darauf wurde der Selbstschutz zurückgeszogen und aufgelöst. Am Samstag nachmittag ist eine französische Truppenabteilung in Aegidienberg eingerückt. Die zahlreichen Flüchtlinge, die von den Sonderbündlern vertrieben worden waren, sind am Sonntag größtenteils in ihre Heimat zurückgekehrt. In Honnef, das in den letzten Tagen sonderbündlerische Besatzungen von 2000 bis 4000 Mann hatte, trafen Samstag französische Besetzungstruppen ein. Diese sicherten der Stadtverwaltung zu, daß die Sonderbündler entwaffnet und binnen 24 Stunden abgeschoben werden sollten. Das ist auch geschehen. Am Samstagabend wurden die etwa 1200 Mann, die sich nach der Niederlage der Sonderbündler im Siebengebirge noch in Honnef aufgehalten hatten, mit der Bahn abtransportiert, nachdem sie schon tags vorher entwaffnet und interniert worden waren.

>>>>****<<<<