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03.04.1936 - Kölnische Zeitung

Kölner Einbrecher im Siebengebirge erschossen aufgefunden - Aufklärung eines Einbruchs in Aegidienberg - Die Diebesbeute im Gehölz versteckt - Polizei auf der Lauer - In der Nacht zum 26. März wurde in Aegidienberg (Siebengebirge) von mehrern Dieben ein Einbruch verübt. Die Verbrecher holten aus einem Kaufhaus für mehr als 1000 Mark Waren, darunter Ballen Kleiderstoffe und Fleischvorräte.

Nachdem die Diebe vergeblich verſucht hatten, eine Fachwerkwand des Hauses durchzubrechen, um in das Haus zu gelangen, sprengten sie eine Rollade und fanden dann durch das Fenster den Weg in das Kaufhaus. Ein Bauer, der am 26. März in der Nähe des Geländes der Separatistenschlacht arbeitete, fand an einer sonst wenig begangenen Stelle mehrere Säcke. Als er sie öffnete, stellte sich heraus, daß sie mit einem Teil der Diebesbeute gefüllt waren. Die Polizei wurde über den Fund verständigt. Man vermutete mit Recht, daß die Diebe alsbald wiederkehren würden, um ihre Beute in Sicherheit zu bringen. Die Polizei legte sich dann in der folgenden Nacht auf die Lauer. Wirklich erschienen Leute, welche die gestohlene Ware abholen wollten. Ob ihnen die Sache schließlich nicht geheuer vorkam oder ob sie sich im lezten Augenblick anders entschlossen hatten, jedenfalls versuchten sie, kurz vor der Lagerstelle der Beute wieder umzukehren und sich zu entfernen. Jetzt hielten die Polizeibeamten den Augenblick gekommen, ihr Versteck zu verlassen, und forderten die Flüchtenden auf, stehenzubleiben.
Doch die beachteten die Haltrufe nicht. Nunmehr entschloß sich die Polizei, zu schießen. Da ringsum dichtes Gestrüpp ist, konnte in der Dunſkelheit nicht festgestellt werden, ob durch die Schüsse jemand getroffen war. Bei Tagesanbruch wurden die Untersuchungen fortgesetzt, doch ohne Erfolg.
Jetzt berichtet unser Mitarbeiter in Königswinter, daß von einem Einwohner in Aegidienberg in einem Gestrüpp, etwa hundert Meter von den versteckten Säen entfernt, eine männliche Leiche mit einem Lungenschuß gefunden wurde. Es handelt sich um die Leiche eines der Diebe, Der Tote stammt aus Köln aus der Benesisstraße.
Von der Kölner Kriminalpolizei erfahren wir weitere Einzelheiten. Bei dem erschossenen Einbrecher handelt es sich um einen 62jährigen Mann aus der Benesisstraße in Köln, der bereits mehrfach, u. a. mit fünf Jahren Zuchthaus, bestraft war, Dieser wurde von seiner Frau bei der Kriminalpolizei als vermißt gemeldet, nachdem er von der Einbrecherfahrt ins Siebengebirge nicht mehr zurückgekehrt war. Durch die Frau kam dann auch ans Tageslicht, daß er oft mit einem 55jährigen Mann, - der ebenfalls aus Köln- stammt, gesehen worden war. Die Kriminalpolizei fand diesen Mann in seiner Wohnung krank im Bett.
Er hafte einen Schuß durch den rechten Oberschenkel und einen durch den linken Unterarm. Es stellte sich heraus, daß dieser Mann bei dem Einbruch in Aegidienberg beteiligt war. Als sein Mittäter in der Nacht nah dem Einbruch von Polizeibeamten erschossen worden war, war auch er getroffen worden. Trotz seiner Verwundung gelang es ihm, zu entfkommen und nach Köln zu flüchten. Auch er ist bereits bestraft, Die Polizei ließ ihn ins Gefängnislazarett bringen. Der Festgenommene gibt seine Beteiligung an dem Einbruch in Aegidienberg zu. Die Polizei vermutet, daß das Einbrecherpaar auch für andere Straſtaten als Täter in Frage kommt.

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