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12.10.1940 - Echo des Siebengebirges

W Aus der Landgemeinde. Eine neue Wasserversorgungsanlage erhält zur Zeit der Ort Orscheid in der Gemeinde Aegidienberg. In Orscheid liegt die Wasserversorgung in der Hand einer Wasserleitungsgenossenschaſt. Bisher versorgte eine Quelle, die im Gemeindewald in der Nähe des alten Forsthauses lag, den Ort mit Wasser.

Von dieser Quelle aus wurde das Wasser in einem 15 cbm Wasser aufnehmenden Behälter aufgefangen und über natürliches Gefälle dem Ort zugeſührt. Diese Anlage war äußerst wirtschaftlich, da sie der Genossenschaft keine Kosten durch Pumpen, Klärung usw. verursachte. Als nun die Reichsautobahn durch die Gemeinde Aegidienberg, entlang der Ortschaft Orscheid verlegt wurde versiegte infolge eines tieſen Gebirgseinschnitts die Quelle, und mit ihr die Wasserleitung. Man kann sich denken, daß die Wasserleitungsgenossenschaſt Schadenansprüche stellte. Damit allein war der Sache aber nicht gedient, der Ort Orscheid mußte auf schnellstem Wege wieder mit Wasser versorgt werden. Deshalb nahm Amtsbürgermeister Müller mit Unterstützung des Baurats Höringklee vom Kreistieſbauamt in Siegburg mit der Reichsautobahn Verhandlungen zwecks anderweitiger Regelung der Wasserversorgung des Ortes Orscheid auf. Da eine Wasserleitung mit natürlihem Geſälle am wirtschaſtlichsten schien, wurden Schürfungen nach neuen Quellen auf der Ostseite der Reichsautobahn vorgenommen, die aber zu keinem befriedigenden Ergebnis führten. Als weitere Löſung war beabsichtigt, das Wasser im westlichen Einschnitt der Reichsautobahn in der Nähe der Landftraße Rottbitze - Asbach aufzufangen und nach Filtrierung dem alten Hochbehälter zuzuführen. Dies wäre für die Reichsautobahn die billigste Lösung gewesen. Aber die Ende des Sommers festgestellte Wassermenge versiegte bald darauf vollständig, sodaß alle Pläne, eine neue Quelle zu erschließen, hinfällig wurden. Als einzige zuverlässige Wasserentnahme für die Versorgung des Ortes Orscheid wurde schließlich ein 25 bis 30 Meter tiefer, etwa 200 Meter östlich des Ortes gelegener Brunnen festgestellt. Dieser offene Brunnen wurde neu gefaßt und in dessen unmittelbarer Nähe ein Kiesfilter als Entsäuerunganlage sowie eine moderne elektrische Pumpstation angelegt. Während diese Anlagen bereits fertiggestellt sind, wird z. Zt. über eine Strecke von 1500 Meter eín neues Wasserleitungsrohr bis in Höhe der Straße Rottbitze - Asbach verlegt. Hier wird noch an dem neuen Wasserbehälter, der etwa 150 cbm Wasser aufnehmen kann, gearbeitet. Die Wasseranlage ist so angebracht, daß künftig der untere Teil des Ortes über eine Hauptleitung unmittelbar von der Pumpstation und der übrige Teil im Wege des Ueberdrucks über den Hochbehälter mit Wasser versorgt wird. Die Pumpstation wird durch technische Vorrichtungen bedient und zwar wird der Pumpbetrieb bei Ueberdruck durch eine besondere Vorrichtung vom Hochbehälter aus reguliert. Durch diese neue Wasserversorgung ist gewährleistet, daß der Ort Orscheid das ganze Jahr hindurch hinreichend mit Wasser versorgt wird, während bei der früheren Anlage hierin bei trockener Jahreszeit öfter Schwierigkeiten zu verzeichnen waren.
Die gesamten Kosten dieser Neuanlage hat die Reichsautobahn übernommen und in Form einer Kapitalisierung die Kosten der Pumpstation. Für die Wasserleitungsgenossenschaft ist diese Regelung äußerst günstig, denn sie erhält eine moderne Wasserversorgungsanlage, die ihr die Rentabilitäl der Genossenschaft garantiert.

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