17.11.1951 - HVZ
Aegidienberg. Ein Installateur aus Aegidienberg, der s. Zt. stellvertretender Gemeindebürgermeister war, hatte sich vor dem Schöffengericht in Siegburg wegen Hehlerei, Unterschlagung und Untreue zu verantworten. Die Verhandlung, die zwölf Stunden dauerte, förderte ein großes Register von strafbaren Handlungen zutage, die sich der Angeklagte zuschulden kommen ließ.
Als ihm in seiner Berufseigenschaft als Installateur die Erneuerung des Aegidienberger Leitungsnetzes übertragen wurde, verkaufte er das Altmaterial (Kupfer und Aluminium) für seine Tasche (Erlös über 400 DM) an eine Düsseldorfer Altmetallfirma. Als er etwa 15.000 kg Kupferkabel verarbeitete, verschwanden 1100 kg spurlos, doch gab er zu, 300 kg für sich selbst verbraucht zu haben. Als ein anderer Elektromeister aus Aegidienberg Gemeindearbeiten ausgeführt hatte, gab er in seiner Eigenschaft als stellv. Bürgermeister diese Rechnungen nicht an die Amtsverwaltung in Königswinter weiter, sondern stellte neue, auf seinen eigenen Namen lautende Rechnungen aus und erhob den Betrag. Von einem anderen Rechnungsbetrag über 89 DM, wozu er das Geld erhielt, unterschlug er 39 DM. Das Urteil lautete auf sieben Monate Gefängnis. "Ein wahrer Augiasstall" habe ausgemistet werden müssen, erklärte der Vorsitzende des Gerichts bei der Begründung des Urteils.
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