23.12.1955 - HVZ
Schreinereibetrieb niedergebrannt - Schweres Schadenfeuer im benachbarten Rottbitze. - Honnefer Wehr mit im Einsatz. Bis auf den Erdboden brannte gestern in Rottbitze die Werkstatt des dortigen Schreinermeisters G. Weißenfels nieder. Das Feuer griff derart schnell um sich, daß die Feuerwehren gegen die Flammen machtlos waren. Ein angrenzendes weiteres Gebäude sowie das Wohnhaus konnten gerettet werden.
Die Brandursache dürfte in Kurzschluß zu suchen sein. Alle Anzeichen lassen darauf schließen, daß das Feuer durch einen auf einem Nachbargrundstück umstürzenden Stromleitungsmast entstand. Die Höhe des Schadens beträgt etwa 18 000 bis 20 000 DM.
Fünfzehn Minuten nach Alarmierung war die Honnefer Feuerwehr mit ihrem Tanklöschfahrzeug bereits oben auf der Höhe an der Brandstelle und konnte als erste Wehr Wasser in die Flammen schleudern. Jedoch war zu diesem Zeitpunkt das Vernichtungswerk schon so weit fortgeschritten, daß an dem brennenden Gebäude nichts mehr zu retten war. Man beschränkte sich so zunächst darauf, die angrenzenden Gebäude zu schützen. Kurze Zeit später trafen dann auch das zweite Honnefer Löschfahrzeug und die Königswinterer Wehr am Brandherd ein. Durch starke Rauch- und Hitzeentwicklung wurden die Löschmannschaften bei ihrem Rettungswerk sehr behindert. Da der Geschädigte selbst Feuerwehrmann ist und Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Aegidienberg, war es besonders schmerzlich für die Wehrmänner, sehen zu müssen, wie die Flammen ihr Vernichtungswerk unbarmherzig fortsetzten.
Die ebenfalls noch zur Hilfe eilende Wehr von Linz brauchte in die Brandbekämpfung nicht mehr einzugreifen. Bürgermeister Mölbert eilte sofort nach Bekanntwerden des Brandes ebenfalls zur Brandstelle und überzeugte sich von den Löscharbeiten der Wehren. Ebenfalls war Bürgermeister Brassel, Aegidienberg, am Brandort.
Nachdem die Flammen unter Kontrolle gebracht worden waren, übernahm die Honnefer Wehr mit ihrem Tanklöschfahrzeug vorübergehend die Brandwache, damit die Aegidienberger Wehr eine neue Wasserentnahmestelle anzapfen konnte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man das Wasser aus einem Brunnen genommen, der auch der Wasserversorgung von Rottbitze dient. Um diese Stelle nicht unnötig länger zu belasten, holte man das Wasser später aus einem weitergelegenen Teich.
Nach fast zwei Stunden konnten die Wehren bis auf eine Brandwache wieder abrücken. Die ersten Ermittlungen deuten darauf hin, daß die Brandursache in Kurzschluß zu suchen ist. Der Schaden beträgt 18000 bis 20000 DM Neben dem Gebäude, das bis auf die Erde restlos abbrannte, wurden auch alle Maschinen vernichtet.
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