Zum Domblick setzt auf Qualität statt Masse

„Zum Domblick“ setzt auf Qualität statt Masse

Das Restaurant nahe der A3 in Aegidienberg hat seit Januar mit neuem Konzept wieder geöffnet

Wirt Henning Sperling und sein Sohn Pascal Sperling lassen neues Leben in das traditionsreiche Restaurant „Zum Domblick“ in Aegidienberg einkehren.

Von Michael Möhlenhof

BAD Honnef. Nach Jahren des Stillstands kehrt neues Leben in das traditionsreiche Restaurant „Zum Domblick“ in Bad Honnef-Aegidienberg ein. Seit Januar 2026 hat der Betrieb wieder geöffnet – dank eines Mannes, der eigentlich eine ganz andere Laufbahn vor sich hatte. Henning Sperling, hoffnungsvoller Offiziersspross aus einer alten Soldatenfamilie, musste seinen Dienst aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Statt zu resignieren, entschied er sich für einen mutigen Neuanfang: Er machte sich selbstständig und erfüllte sich den Traum vom eigenen Hotel- und Restaurantbetrieb.

Der „Domblick“, in den 1950er- und 1960er-Jahren als beliebter Treffpunkt entstanden, war während der Coronakrise zum Opfer der wirtschaftlichen Umstände geworden. Nun startet Sperling mit einem kleinen, dreiköpfigen Team neu. Das Konzept: gutbürgerliche deutsche Küche, klar strukturiert und bewusst reduziert. „Lieber klein und fein als überladen“, sagt der Wirt. Die Speisekarte umfasst nur eine Seite – mit Klassikern wie Suppentopf, Eintopf, Gerichten aus dem Garten und natürlich dem Publikumsliebling: dem Schweineschnitzel.

Sperling setzt auf Qualität statt Masse. Die Schnitzel werden frisch geklopft, die Panade folgt einer geheimen Rezeptur. Das Schweinefleisch stammt aus regionaler, handwerklicher Landwirtschaft, Massentierhaltung kommt für ihn nicht infrage. Auch beim Rindfleisch wird auf verlässliche Lieferanten gesetzt, wobei argentinische Ware derzeit die beste verfügbare Option sei. Saisonale Produkte wie Wild von örtlichen Jägern ergänzen das Angebot. Spargel hingegen fehlt – die Rohstoffpreise seien momentan schlicht zu hoch.

Der Standort des Restaurants – quasi auf der Brücke über der A3 – sorgt für Laufkundschaft von der Autobahn. Doch Sperling richtet sich vor allem an die Menschen aus der Region. Kundenbefragungen bei Lebensmittelhändlern im Ortsteil Rottbitze halfen ihm, das Konzept zu schärfen. „Der Bedarf muss dem Interesse der Region entsprechen“, sagt er. Und das sei nun einmal die traditionelle deutsche Küche. Der Hotelbetrieb umfasst zehn Zimmer, allerdings ohne Frühstück – wirtschaftlich lohne sich das nicht. Das Restaurant bietet 30 bis 60 Plätze, geöffnet ist von Dienstag bis Freitag sowie sonntags von 12 bis 21 Uhr. Samstags bleibt das Haus geschlossen, denn der Tag gehört der Familie. Auch Urlaubszeiten sind fest eingeplant. „Wir wollen als Familienbetrieb stressfrei arbeiten“, betont Sperling. Besonders stolz ist er auf die fünf Sprachen, die im Team gesprochen werden: Deutsch, Englisch, Französisch, Kurdisch und Türkisch. Die Hotelzimmer werden überwiegend von Monteuren genutzt, die in der Region arbeiten. Vor dem Gebäude steht ein 24-Stunden-Automat mit Pommes, Pizza und bayerischem Bier. Ein Bierzapfautomat ist in Planung.

Holzkohlegrill für den besonderen Geschmack

Die Online-Bewertungen – überwiegend fünf Sterne – bestätigen Sperlings Weg. Zwar gebe es auch mal Ausreißer, doch insgesamt sei die Resonanz positiv. „Die Qualität der Küche hat vielerorts nachgelassen“, sagt er. „Wir wollen zeigen, dass es auch anders geht.“ Dafür steht sogar ein Holzkohlegrill bereit, der den Steaks ihren besonderen Geschmack verleiht.

Und der Name „Domblick“? Den Dom sieht man tatsächlich – allerdings nur, „wenn man sportlich ist und aufs Dach steigt“, sagt Sperling schmunzelnd.

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 02.06.2026


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Das Restaurant nahe der A3 in Aegidienberg hat seit Januar mit neuem Konzept wieder geöffnet