Corona Testzentrum im Bürgerhaus Aegidienberg

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Ein mystischer Ort: Das Pferdsgalgenkreuz

Administrator (admin) on 04.06.2021

Das Pferdsgalgenkreuz ist ein uraltes Erinnerungskreuz im tiefen Bad Honnefer Stadtwald, weit oberhalb des Stadtteils Selhof.

Ein mystischer Ort: Das Pferdsgalgenkreuz

Bad Honnef. Das Pferdsgalgenkreuz ist ein uraltes Erinnerungskreuz im tiefen Bad Honnefer Stadtwald, weit oberhalb des Stadtteils Selhof. Im Sommer 2020 wurde es schwer beschädigt. Ein Teil der alten Buche, an die das Kreuz genagelt war, stürzte um und begrub es unter sich. Weil sich aber viele Geschichten rund um das Kreuz ranken, hat das Gebäudemanagement der Stadt Bad Honnef die Überreste gerettet und es in die Hand genommen, das Kreuz wieder aufzustellen. Dazu gab es eine kräftige Finanzspritze eines Bad Honnefer Bürgers. Die Stadt Bad Honnef bedankt sich ganz herzlich dafür.

Alle, die vorbeikommen, ob es nun Geister oder Wanderinnen und Wanderer sind, können das Kreuz wieder bewundern. Bürgermeister Otto Neuhoff sagt beim Abschlusstreffen nach der Restaurierung: „Das Pferdsgalgenkreuz sieht wieder gut aus. In neun Jahren können wir Jubiläum feiern, dann ist es unglaubliche 400 Jahre alt. Die Legende ist erinnerungswürdig, auch wenn es vielleicht nur ein Mythos ist. Schön, dass es mit bürgerschaftlichem Engagement erhalten werden konnte.“

Ein neues Schutzblech schützt das Holz. Wasser von unten kann ihm nichts mehr anhaben, weil es mit Abstand vom Boden auf einen Findling montiert ist. Als Längsbalken wurde ein alter Dachstuhlbalken gewählt. Eine Tafel erklärt, was es mit dem Pferdsgalgenkreuz auf sich hat. Es wurde ein kleines Stück weiter vorne am Wegrand aufgestellt, weil der Baum, an dem es befestigt war, nicht mehr existiert und hier mehr Menschen vorbeikommen.

Ein Stück Holz des Kreuzes lässt sich auf den 30-jährigen Krieg zurückdatieren, denn bei der Restaurierung im Jahr 1954 wurden Spuren der Jahreszahl „ANNO 163-“ gefunden, so steht es in dem Artikel von Dr. Karl Günter Werber in der Honnefer Volkszeitung aus dem Jahr 1990. Ein Trupp schwedischer Soldaten wollte wohl einen Raubzug nach Selhof unternehmen. Einer der Soldaten verfing sich mit den Haaren im Astwerk des Baumes. Stunden später wurde er von einem Bauern tot im Baum hängend gefunden. Vielleicht war es aber auch ein fliehender französischer Soldat oder ein Pferdedieb. „Die Unglücksstelle wurde zu einem mystischen Ort, an dem man ein Kreuz zum Gedenken an ein ‚Gottesurteil‘ errichtete“, hat Wolfgang Flume auf der neuen Tafel neben dem Kreuz geschrieben. Vielleicht war es aber auch eine vorchristliche Opferstätte, die ihren Schrecken durch das Kreuz verlieren sollte.

Jedenfalls wissen viele Bad Honneferinnen und Bad Honnefer von Existenz des Pferdsgalgenkreuzes und haben sich während der Restaurierung nach dem Kreuz erkundigt. Jetzt können sie es wieder besuchen.

Informationen: https://www.siebengeblogge.de/pferdsgalgenkreuz/

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