Ein Rosenspalier für die scheidende Schulleiterin

Administrator (admin) on 20.06.2022

Rita Bachmann-Richarz geht nach 34 Jahren Schuldienst in den Ruhestand. Großes Fest in der Joseph-Bellinghausen-Sporthalle

Ein Rosenspalier für die scheidende Schulleiterin

Rita Bachmann-Richarz geht nach 34 Jahren Schuldienst in den Ruhestand. Großes Fest in der Joseph-Bellinghausen-Sporthalle

Von Claudia Sülzen

AEGIDIENBERG. | Rund 250 Fingerabdrücke und ebenso viele Namen: Einen großen, leuchtend blauen Blumentopf, den sie persönlich signiert hatten, überreichten die Schülerinnen und Schüler der Theodor-Weinz-Grundschule deren scheidender Leiterin Rita Bachmann-Richarz. Hätten sich alle ihre Ehemaligen beteiligen können, tausende Namen wären da ohne Zweifel zusammengekommen:

Nach 34 Jahren im Schuldienst, davon 28 Jahre an Schulen in Bad Honnef und zuletzt 14 Jahre in der Leitungsposition in Aegidienberg, geht die engagierte Pädagogin und langjährige Sprecherin der Grundschulleitungen im städtischen Schulausschuss Ende des Schuljahres in den Ruhestand.

Mit einem Fest bereiteten ihr „ihre“ Kinder einen fröhlichen Ausstand, bevor Vertreter unter anderem der Stadt mit Bürgermeister Otto Neuhoff an der Spitze Bachmann-Richarz Dank und Anerkennung aussprachen.

Zunächst aber durfte Bachmann-Richarz, die 1995 nach sechs Jahren Berufslaufbahn im Erftkreis nach Bad Honnef zunächst an die Grundschule Bergstraße gewechselt war sowie später an die Löwenburgschule, wo sie Konrektorin wurde, noch einmal selbst die Schulbank drücken: In der Joseph-Bellinghausen-Halle nahm sie in einer historischen Schulbank Platz. Für die Pänz führten sodann Emma, Lotta und Max durch ein Programm mit Theater, Gesang und humorvollen wie sportlichen Darbietungen.

Was ist das eigentlich, Rente?, fragten die Kinder. Antwort: jeder Tag Wochenende oder das ganze Jahr Ferien, „das hätten wir auch gerne“. Und was macht man da so? Da hatte der Nachwuchs jede Menge Anregungen parat. Eine Baumschule leiten zum Beispiel, damit der Ex-Schulleiterin wenigstens eine Schule bleibt? Oder insgeheim selbst am Mathewettbewerb teilnehmen, auf den sie ihre Schützlinge so oft vorbereitet hat? Oder doch lieber „endlich mal so lange schlafen wie man will“ oder in der „Sonne liegen und ein Buch lesen“: Nicht zuletzt da stimmte Bachmann-Richarz freudig zu.

„Ihr habt wieder einmal gezeigt, was in euch steckt“, bedankte sich die Schulleiterin bei den Kindern. Und gestand, dass sie, die schon „als Kind in eurem Alter Lehrerin werden wollte“, von Herzen immer wieder dieselbe Berufswahl treffen würde: „Was kann es Schöneres geben, als Kindern die Welt zu erklären - oder sie sich von Kindern erklären zu lassen.“ Und würden Kinder die Welt regieren, die wäre gewiss eine andere, so Bachmann-Richarz. „Glaubt an Euch, auch wenn schon mal ein Umweg nötig sein kann. Euch werde ich am meisten vermissen, euer Singen und Lachen, eure Neugier und eure Begeisterungsfähigkeit.“, so Bachmann-Richarz an die Adresse der Schülerinnen und Schüler, die zu Beginn der Feier ein Spalier mit langstieligen Rosen für die Schulleiterin gebildet hatten.

Jede Menge Blumen im übertragenen Sinn gab es hernach beim offiziellen Festakt mit zahlreichen geladenen Gästen, so von Nicola Kiwitt namens der Honnefer Grundschulleitungen, Jasmin Wester von der Schulpflegschaft, Gabriela Hufgard, Schulamtsdirektorin a.D., und Schulamtsdirektorin Maria Engelhard, die auch die Urkunde zum Ruhestand überreichte. Dass Bachmann-Richarz‘ Zeit in Aegidienberg unter anderem geprägt war von Baustellen und damit der Entwicklung der größten Honnefer Grundschule zu einem regelrechten Kinder-Campus, die Gäste konnten sich davon einen Eindruck verschaffen. Schließlich sind an der Schule unter anderem die neue Sporthalle und das Hallenbad gebaut worden.

Ende der Woche mit der Zeugnisausgabe heißt es für Bachmann-Richarz nun wirklich Abschied nehmen.

 

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 20.06.2022

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