Einkauf und Begegnung

Administrator (admin) on 12.09.2022

In Aegidienberg gibt es donnerstags einen Wochenmarkt mit regionalen Produkten

Einkauf und Begegnung

In Aegidienberg gibt es donnerstags einen Wochenmarkt mit regionalen Produkten

 

Von Gabriela Quarg

AEGIDIENBERG. | „Es ist schön, dass es in Aegidienberg wieder einen Markt gibt“, sagt Margret Pflicht und freut sich, dass sie ab sofort wieder „fast um die Ecke“ frische Produkte einkaufen kann: Obst, Gemüse, Käse, Wurst und vieles mehr. „Ich kaufe gerne regionale Produkte, von denen ich weiß, wo sie herkommen“, sagt die Seniorin und packt den eben erworbenen Ziegenfrischkäse in ihren Einkaufskorb. Gerade erst ist der „Feierabendmarkt“ auf dem Aegidiusplatz offiziell eröffnet worden, schon herrscht reger Andrang an den Ständen. Ab sofort kann hier immer donnerstags von 15 bis 19 Uhr Gutes aus der Region eingekauft werden: von der hausgemachten Feinkost über besondere Öle und frischen Fisch bis zu Eiern sowie Wollprodukten.

Der Markt geht auf eine Initiative von Klaus-Jürgen Hütten, Mitglied des Bezirksausschusses Aegidienberg und neuer Bad Honnefer SPD-Vorsitzender, zurück. „Auf meinen Reisen durch Frankreich haben meine Frau und ich die Märkte in den kleinen Dörfern genossen und uns durchprobiert. Hier hat sich dann auch die Idee entwickelt, einen solchen Ort in Aegidienberg zu schaffen“, berichtet er. Bis 2018 hatte es schon einmal einen Wochenmarkt auf dem Aegidiusplatz gegeben, „aber der ist eingegangen“. Ein Grund dafür liegt nach Ansicht Hüttens in den Öffnungszeiten. Der Markt war vormittags, wenn viele Menschen arbeiten müssen.

Die Neuauflage ermöglicht es, nach Feierabend, also am Nachmittag und frühen Abend, Besorgungen zu machen. „Eine prima Idee“, wie Sarah und Martin finden. Das junge Paar hat gerade die Kinder vom Kindergarten und der Schule abgeholt und macht auf der Heimfahrt nach Rottbitze noch schnell Halt auf dem Wochenmarkt. „Uns ist es wichtig, Produkte aus der Region einzukaufen. Am besten auch noch Bio.“ Dafür geben die beiden gerne auch etwas mehr aus. „Wir sparen dann lieber an anderer Stelle, gesunde Ernährung ist es uns wert. Und es ist ja auch ein Beitrag zum Klimaschutz.“

Peter Kunz vom Biolandhof Luchert 25 aus Horhausen bietet unter anderem Bienenhonig und Apfelsaft an. Seinen Marktstand teilt er sich mit dem Demeter-Biohof Asbach, der Kartoffeln zum Sortiment beisteuert. „Wir haben schon Erfahrungen auf dem Bio-Regionalmarkt in Buchholz gesammelt“, berichtet Kunz. Viele Besucher dort fänden es nicht nur toll, dass regionale Produkte angeboten werden, sondern dass man auch mit den Menschen hinter diesen Produkten ins Gespräch kommen und Fragen stellen kann. „Wir haben dort unsere Stammkundschaft erweitern können. Das erhoffen wir uns von hier natürlich auch.“

Stefan Preker von der Ölmühle Gilles wünscht sich, dass die Nachfrage dauerhaft so hoch bleibt wie jetzt zur Eröffnung. Er habe auf anderen Märkten erlebt, dass „der erste Tag genial war, der zweite noch gut“, und dann habe das Interesse spürbar nachgelassen, bis es sich irgendwann für ihn gar nicht mehr lohnte. „Die Nachfrage ist seit dem Krieg in der Ukraine eingebrochen. Die Leute haben jetzt andere Sorgen und sparen leider am guten Essen.“ Statt frischer, regionaler Produkte würden eher Konserven eingekauft. „Aber der Markt hier gibt einen neuen Anstoß. Etwas Neues ist immer gut“, sagt er optimistisch.

Auch Initiator Hütten weiß: „Der Markt wird nur leben, wenn die Leute auch einkaufen.“ Er wünscht sich, dass der Markt ein Ort der Begegnung wird, an dem man miteinander ins Gespräch kommt. Er könnte sich vorstellen, dass man künftig hier auch eine Kleinigkeit essen und trinken kann. Im Gespräch sind ein Caféwagen und eine Weinverkostung, auch der Wunsch nach frischem Brot wurde bereits geäußert. „Wir haben ja vom Platz her in Richtung Kirche noch ein wenig Raum.“ Abhängig ist das jedoch davon, wie das Angebot angenommen wird. Bürgermeister Otto Neuhoff jedenfalls wünschte dem Markt eine tolle Zukunft: „Ein eigener Wochenmarkt für Aegidienberg stellt eine große Bereicherung für die Berglage dar.“

 

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 10./11.09.2022

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