Erstmals stürmen die Aegidienberger das Rathaus

Administrator (admin) on 24.02.2020

Gegen die Jecken vom Berg hat Bürgermeister Otto Neuhoff keine Chance.

Erstmals stürmen die Aegidienberger das Rathaus

Gegen die Jecken vom Berg hat Bürgermeister Otto Neuhoff keine Chance.

BAD HONNEF. Erstmals durfte das Aegidienberger Prinzenpaar ran. Bei der Marktschau auf dem Rathausplatz hatte sich Bürgermeister Otto Neuhoff mit den Federfuchsern aus Verwaltung und Rat auf dem Balkon verschanzt, während die Honnefer Narrenschar kostümiert den Rathausplatz vor der Bühne dicht belagerte. Aber gegen die feschen Kerle der Garde der Karnevalsgesellschaft Klääv Botz und den tatkräftigen Prinzen Uli I. sowie die charmante Aegidia Ramona I. hatten die Rathaus-Verteidiger keine Chance.
Zwar drohten sie mit Hämmern, beschossen die Angreifer vom Berg mit Salven güldenen Konfettis. Aber die Angreifer stürmten die Rathaustreppe im Sauseschritt und entrissen ohne viel Federlesens dem Bürgermeister den Rathausschlüssel. Uli I. zeigte das Beutestück dem Volk. Bis Aschermittwoch ist Otto Neuhoff entmachtet und überlässt den Jecken die Herrschaft. Bisher gab es eine Rathauserstürmung stets nur dann, wenn Gesellschaften aus dem Talbereich der Stadt Siebengebirgs-Tollitäten stellten. Deshalb die Bürgermeister-Idee: 50 Jahre nach der kommunalen Neuordnung sollten die Aegidienberger, die immerhin jedes Jahr ein Prinzenpaar stellen, endlich auch im Karneval das Weiße Haus kapern dürfen.Diesmal gab es kein Narrengericht. Die Häscher der Gesellschaften strömten vielmehr aus und verdonnerten Jecke zu einer Strafe noch auf dem Platz. Und was war wie immer? Jecke, die bei bester Laune das vom Festkomitee Bad Honnefer Karneval organisierte Programm verfolgten, das sich auf der Bühne abspielte. Dort schunkelte selbst Beethoven mit roter Clownsnase. Und die Abordnung aus der Partnerstadt Berck-sur-Mer hatte ihre Drei-Meter-Riesen Flipp und Zabeth postiert. Die französischen Freunde feiern in diesem Jahr Karneval am Rhein und tanzten in ihren Fischerkostümen für die Honnefer. Die Rasselbande und die Schelleböömsche, die Garde sowie die Old Stars von der Selhofer KG traten auf, die Tanzgarde Ziepches Jecke zeigte ihr Können. Die Coverband Spökes machte den Abschluss. Gestartet wurde mit dem Stadtsoldatencorps Bad Honnef. Halt-Pol-Präsident Jörg Pütz, der die Marktschau moderierte, rief zu einer Gedenkminute für die Opfer von Hanau auf: „Wir halten zusammen, wir sind alle bunt, braun hat keine Chance!“  ⇥oro

 

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 24.02.2020

Back