Feiern „wie et fröher wor“

Administrator (admin) on 14.02.2020

Die KG Klääv-Botz bietet den Aegidienberger Jecken, was sie am liebsten haben: traditionellen Sitzungskarneval

Feiern „wie et fröher wor“

Die KG Klääv-Botz bietet den Aegidienberger Jecken, was sie am liebsten haben: traditionellen Sitzungskarneval

 

Von Iris Zumbusch
Aegidienberg. Die nostalgische Sitzung der Karnevalsgesellschaft (KG) Klääv-Botz könnte sich zu einem Erfolgsmodell entwickeln. Zum zweiten Mal frönten die Jecken im Bürgerhaus unter dem Motto „Ne Sitzung wie et fröher eimol wor“ dem Sitzungskarneval nach alter Manier. Rund 200 gut gelaunte und kunterbunt kostümierte Narren hatten an den Tischen Platz genommen – voller Vorfreude auf die Darbietungen auf der Bühne.
Vor einigen Jahren sei der Sitzungskarneval überall modernisiert worden, erklärte Klääv-Botz-Literat Roman Paul. Das sei allerdings in Aegidienberg nicht so gut angekommen. Die Karnevalsfreunde vom Berg wollten lieber nach guter alter Tradition feiern mit witzigen Büttenrednern und fetzigen Beiträgen von Tanzgruppen und anderen. Darauf habe die KG reagiert, sagte der Literat.„Unser Programm ist pickepackevoll“, verkündete Präsident Guido Ottersbach zum Auftakt von der Bühne. Kinderprinzenpaar Tim I. und Tilda I., die fröhlichen Pänz aus Aegidienberg, winkten und sangen von dort oben munter in die Runde. Die Fünkchen legten ihren ersten Tanz aufs Parkett. Auch der Elferrat und das Prinzenpaar, Uli I. und Ramona I., hatten die Bühne geentert. Nun konnte einem tollen närrischen Abend nichts mehr im Wege stehen.Viel Unterstützung für die Aegidienberger Sitzung sei aus den Reihen befreundeter Karnevalsfreunde gekommen, merkte Paul an. Gute Kontakte sind eben alles – auch im Karneval.Ein amüsantes Wortgeplänkel lieferten sich „De Schwaadlappen“ alias Jens Dunker und Patrick Oehm. Zur Freude von Prinzessin Ramona I. tanzten sich dann die Frauen aus Rahms in die Herzen der Jecken. Die temperamentvollen Damen waren eigens über die Landesgrenze gekommen aus dem rheinland-pfälzischen Heimatort der Prinzessin. Sie ließen die Märchenfiguren tanzen: Rotkäppchen, Rapunzel, der Turm von Rapunzel, Hans im Glück, der Froschkönig und andere zauberhafte Wesen drehten sich auf der Bühne. Das Rumpelstilzchen kam später auch noch. Fritz Schopps stieg als „Et Rumpelstilzche“ in die Bütt. Auch in Aegidienberg ist er kein Unbekannter – er trägt das Herz auf der Zunge und gibt manchen deftigen Kommentar zum politischen Geschehen ab. So muss sie sein, die traditionelle Büttenrede im nostalgischen Karneval: scharfzüngig, geistreich, mit viel Biss und Humor. Und nicht wenige werden’s bedauern: „Rumpelstilzchen“ Fritz Schopps, seit 1983 in den Sälen der Region zu Gast, startet derzeit durch zu seiner Abschiedstournee.Die Akteure der KG Klääv-Botz hatten die Sitzung minutiös geplant, die Bühnengäste lieferten sich einen fliegenden Wechsel, keine Pause musste überbrückt werden. So ein perfektes Zeitmanagement will erst mal gestemmt sein. Präsident Ottersbach heizte die Stimmung der Jecken im Saal mit flotten Sprüchen immer wieder an. Zu fortgeschrittener Stunde machten die Berghusaren aus Neustadt/Wied als Überraschung für das Prinzenpaar ihre Aufwartung. Der krönende Schluss der Sitzung gehörte Trompeter Bruce Kapusta.Die Freunde dieser Form von Karneval können sich schon freuen: Die KG Klääv-Botz plant die dritte Nostalgie-Sitzung in der kommenden Session mit noch reichhaltigerem Programm. Am 13. Januar 2021 lautet das Motto im Bürgerhaus „Jeck is jeil“.

 

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 14.02.2020

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