Neuer Wohnraum am alten Kloster

Administrator (admin) on 03.06.2020

Zweiter Bauabschnitt in Aegidienberg beginnt. Fertigstellung ist für Herbst 2021 geplant

Neuer Wohnraum am alten Kloster

Zweiter Bauabschnitt in Aegidienberg beginnt. Fertigstellung ist für Herbst 2021 geplant

 

Von Claudia Sülzen
Aegidienberg. Die rote Schnur umschreibt genau die Umrisse der einstigen Klostermauern. Und dort, wo einst klösterliches Leben stattfand, soll in naher Zukunft neues Leben einziehen. Einen festlichen ersten Spatenstich gab es zwar nicht: Die Corona-Pandemie verhinderte den feierlichen Auftakt für das Bauprojekt.
Zum Spaten griffen sie dennoch: Bürgermeister Otto Neuhoff, Geschäftsbereichsleiter Städtebau Fabiano Pinto und Kay Scharfenstein, Geschäftsführer der Montana Wohnungsbau GmbH, gaben gemeinsam den Startschuss für den zweiten Bauabschnitt auf dem ehemaligen Klostergelände auf dem Grundstück Klosterstraße und Am Kirchberg. Die Historie des Ortes wird nicht in Vergessenheit geraten, versprach Scharfenstein: Das Gipfelkreuz des ehemaligen Klosters wird wieder aufgestellt als Erinnerung an die Geschichte des Ortes. Bis dahin werden laut Scharfenstein rund eineinhalb Jahre vergehen. So lange soll es dauern, bis nach dem bereits so gut wie abgeschlossenen ersten Bauabschnitt auf dem Areal auch das neue Mehrparteienhaus fertig ist.Der erste Bauabschnitt bestand aus fünf Einfamilienhäusern, die den nun entstehenden Neubau säumen. „Drei der Häuser sind bereits vermietet“, ließ Scharfenstein wissen. Und auch für die zwei verbliebenen Einfamilienheime, von denen jedes rund 130 Quadratmeter Wohnfläche hat und voll unterkellert ist, wie auch für die Wohnungen in dem Acht-Parteien-Haus sei das Interesse groß. Scharfenstein: „Die Nachfrage ist ungebrochen.“„Das ist das, was wir in Bad Honnef brauchen“, so Neuhoff: Familienheime und Wohnungen in einem vertretbaren Preissegment. Auf der Suche nach Baulücken innerhalb der Wohngebiete war vor einigen Jahren auch die mehr als 3000 Quadratmeter große Fläche an der Klosterstraße in den Fokus der Stadtplaner gerückt. Ein Filetgrundstück im Herzen von Aegidienberg, zwischen Aegidiusplatz und Theodor-Weinz-Schule.Das sollte nicht als Brache ungenutzt bleiben. „Als wir das Grundstück und seine Historie betrachtet haben, war allen Beteiligten klar: Hier fehlt etwas“, so Neuhoff. „Hier stand früher das Kloster, hier war Leben, hier gehört auch wieder Leben hin. Zudem brauchten und brauchen wir auch weiterhin attraktiven Wohnraum mit hoher Qualität zum erschwinglichen Preis.“Mit der Montana Wohnungsbau GmbH ist ein lokaler Partner für das Projekt gefunden worden. Mit dem Unternehmen habe in großem Einvernehmen das Projekt vorangebracht werden können. Die fünf Einfamilienhäuser auf der Ostseite des Grundstücks sind bereits nahezu bezugsfertig. Das neue Mehrfamilienhaus soll zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss mit einer Gesamtwohnfläche von 600 Quadratmetern in acht Wohneinheiten bieten.Wie die Einfamilienhäuser, so bleibt auch das Mehrparteienhaus im Bestand der Montana. Darin werden Zwei- und Dreizimmerwohnungen mit einer Größe von jeweils 51 bis 80 Quadratmeter zur Miete angeboten, allesamt barrierefrei und nach den modernsten bautechnischen Standards ausgestattet, so Scharfenstein.„Für dieses Wohngebiet gab es einen alten Bebauungsplan, dessen Festsetzungen zum Teil nicht mehr zeitgemäß waren“, erläuterte Fabiano Pinto die Planungshistorie: In enger und guter Zusammenarbeit mit dem Investor sei eine Lösung gefunden worden, mit der im Rahmen der planungsrechtlichen Möglichkeiten nun moderner Wohnraum entstehen könne, der sich perfekt in die Umgebung und den Ort einpasse.Als erster Schritt wird nun die Baugrube für den Neubau auf dem 1113 Quadratmeter großen Grundstück für den zweiten Bauabschnitt ausgehoben, kündigte Scharfenstein an. Im Juni solle auf dem Gelände der Rohbau beginnen und das Gebäude im Herbst 2021 fertiggestellt sein.

HIstorie
Die Franziskanerinnen in Aegidienberg
Auf dem Grundstück, auf dem nun Wohnhäuser entstehen, stand ein Kloster. Lokale Handwerksbetriebe errichteten dort ab dem Jahre 1925 das
Kloster St. Josef. 1926 zogen in das Haus die Franziskanerinnen vom heiligen Josef in Valkenburg ein. Die Ordensfrauen unterhielten dort verschiedene caritative Einrichtungen wie ein
Kinderheim oder eine Schule für „Jungfrauen in hauswirtschaftlichen Fertigkeiten“.Die Franziskanerinnen vom heiligen Josef sind auch heute noch in Aegidienberg. Inzwischen unterhalten sie hier das
Seniorenheim Franziskus-Haus, eins von fünf Seniorenheimen in Deutschland. ga

 

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 03.06.2020

Back