Mit Gesang die Freundschaft pflegen

Administrator (admin) on 01.10.2019

Fünf Chöre gestalten auf Einladung des Männergesangvereins Liederkranz Aegidienberg ein Liedprogramm voller Lebensfreude

Mit Gesang die Freundschaft pflegen

Fünf Chöre gestalten auf Einladung des Männergesangvereins Liederkranz Aegidienberg ein Liedprogramm voller Lebensfreude

 

AEGIDIENBERG. Das alle zwei Jahre stattfindende Freundschaftssingen des Männergesangvereins Liederkranz Aegidienberg lässt Herzen höher schlagen – vor allem die der Zuhörer, die im Bürgerhaus jedes Mal ein abwechslungsreiches und hochkarätiges Programm erleben, aber auch die der vielen Chormitglieder, die einfach Freude daran haben, im Kreise Gleichgesinnter das zu tun, was sie am Liebsten machen: singen. Und das taten die fünf Chöre, die der Einladung des Aegidienberger Männergesangvereins gefolgt waren, mit einer Begeisterung, die ansteckend war. Kein Wunder, dass alle erst nach Zugaben wieder „entlassen“ wurden.

Das Schöne: Das Programm bot für jeden Geschmack etwas, von klassisch bis modern, vom Evergreen bis zu kölschen Hits, von Verdi bis Max Giesinger. Vier Lieder hatte jeder Chor im Gepäck, keine schwere Kost, sondern fröhliche und erfrischende Melodien – passend zur lockeren und ungezwungenen Wohnzimmeratmosphäre, die im Bürgerhaus herrschte.

So sang der MGV Merten/Sieg mit „Viva la Musica“ ein Loblied auf die Musik, der Männerchor Quirrenbach sorgte mit Ohrwürmern von den Bläck Fööss und den Klüngelköpp für Stimmung, der MGV Kölsch Büllesbach schwebte musikalisch „Über den Wolken“ und der MGV 1844 Wesseling bekannte „Wir sind die alten Säcke“. Mit von der Partie war auch der allerjüngste Aegidienberger Chor: der Kinderchor der Theodor-Weinz-Schule. Erst seit drei Wochen proben die 17 Zweit- und Drittklässler unter Leitung von Gunda Kohrs gemeinsam. Sie hatten in der Kürze der Zeit bereits vier Lieder einstudiert. Kein Wunder, dass die Aufregung vor dem ersten Auftritt mächtig groß war. Doch alles klappte aus dem Effeff, sogar das Guten-Morgen-Lied in acht Sprachen. Kohrs hat allen Grund, stolz auf ihre kleinen Sänger zu sein. Auch die Gastgeber gaben eine Kostprobe ihres Könnens. Unter der Leitung von Guido Wilhelmy begeisterten sie unter anderem mit einem vergnüglichen „Leed vum Melke“. Besonders klangvoll war der gemeinsame Auftritt mit den Gästen aus Wesseling: Aus mehreren Dutzend Kehlen erklangen Lieder wie „My Way“ und „O Happy Day“.

„Wir möchten die Freundschaft der Chöre untereinander pflegen“, sagte Vorsitzender Mirko Lorenz zum Hintergrund des Konzerts. „Die Chöre haben es heute ja leider alle nicht leicht.“ Sei es früher quasi eine Selbstverständlichkeit gewesen, dass man als junger Mann in den örtlichen Männergesangverein eintrat, sei diese Tradition im Laufe der Zeit komplett verloren gegangen. Ergebnis: den Chören fehlt der Nachwuchs. „Unser Durchschnittsalter liegt bei über 60“, so Lorenz. „Wir sind sehr froh, dieses Jahr zwei neue jüngere Sänger dazugewonnen zu haben.“ Um das Singen im Verein wieder attraktiver zu machen, haben die Aegidienberger, wie viele andere Chöre auch, ihr Repertoire „modernisiert“. Lorenz kennt zudem ein schlagkräftiges Argument für eine Mitgliedschaft im Chor: „Gemeinsames Singen soll lebensverlängernd sein.“ Vor allem aber bilden die Sänger eine große Gemeinschaft, „in der man sich unheimlich wohlfühlt“. 

Maßgeblich zur Wohlfühlatmosphäre am Sonntagnachmittag trugen aber nicht nur die Sänger selbst bei, sondern auch die Aegidienberger Sängerfrauen, die für die Bewirtung verantwortlich zeichneten und im Vorfeld zahlreiche leckere Kuchen gebacken hatten. qg

 

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 01.10.2019

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